Hacker nutzt Playstation 3 als Passwortknacker

Konsole erlaubt schnelles Entschlüsseln

Der neuseeländische Sicherheitsspezialist Nick Breese hat eine Sony Playstation 3 (PS3) zum Entschlüsselungswerkzeug umgebaut. Auf der neuseeländischen Hacker-Konferenz Kiwicon hat der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Security-Assessment sein Projekt „Crackstation“ vorgestellt. Er gibt an, dank der Cell-Prozessor-Technologie der PS3 deutlich schneller entsprechende Entschlüsselungsaufgaben durchführen zu können als mit Rechnern auf Basis der Intel-Architektur.

Konkret versuchte Breese, die PS3 für die Verarbeitung des „Message-Digest Algorithm 5“ (MD5) zu optimieren, der für die Authentifizierung von Passwörtern des verbreiteten POP3-Protokolls genutzt wird. Der Hacker behauptet, der Algorithmus laufe auf der Crackstation mit 1,4 Milliarden MD5-Rechenoperationen pro Sekunde etwa 100 Mal schneller als auf intelbasierten Rechnern.

Der Cell-Prozessor wurde in Kooperation von IBM, Sony und Toshiba entwickelt. Er verfügt über mehrere Synergistic Processing Elements (SPEs), die gleichzeitig Berechnungen durchführen. Die SPEs des Cell-Prozessors enthalten 128-Bit-Register. Da MD5 32-Bit-Rechenoperationen nutzt, kann also bereits eine SPE vier Operationen gleichzeitig ausführen.

Versuche, mehrere Playstation-3-Geräte zu einem Supercomputer zu verbinden, sind für Breese noch Theorie. In der Praxis ist aber genau das beispielsweise an der University of Massachusetts schon gelungen. Die Kombination könnte laut Security-Assessments weitreichende Konsequenzen für die Zukunft vieler Verschlüsselungsalgorithmen haben.

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