SSE4: Wann bringt es wirklich mehr Speed?

SSE4 ist die neueste Befehlssatzerweiterung in Intels jüngster 45-Nanometer-Prozessorgeneration. Die Befehle sollen die nötigen Takte pro Aufgabe senken und so den Prozessor erheblich beschleunigen. ZDNet hat SSE4 auf Praxistauglichkeit untersucht.

Intels Mitbegründer und heutiger Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats Gordon E. Moore stellte bereits 1965 „Moore’s Law“ auf, das besagt, dass sich die Anzahl der Transistoren pro integrierten Schaltkreis alle zwei Jahre verdoppelt. Während Moore’s Law in vielen Bereichen, wie Gigabyte pro Festplatte und Megapixel pro Digitalkamera direkt eins zu eins in praktischen Nutzen transformiert werden kann, bereitet selbiges den Entwicklern der von ihm mitbegründeten Firma erhebliches Kopfzerbrechen.

Die Erhöhung der Anzahl an Transistoren um fast 41 Prozent, wie zwischen Clovertown (65 Nanometer) und Harpertown (45 Nanometer), kann keine pauschale Steigerung der Geschwindigkeit in gleicher Höhe mit sich bringen. Ein wesentlicher Ansatz zur Steigerung der Prozessorleistung ist daher die Einführung neuer Befehlssätze, die mehr Instruktionen in weniger Takten ausführen können. Befehlssatzerweiterungen haben allerdings grundsätzlich den Nachteil, dass bestehende Software davon keinen Nutzen ziehen kann und dass es einige Zeit braucht, bis im Markt eine kritische Masse an Prozessoren existiert, so dass eine Software, die diese Befehle nutzt, überhaupt marktfähig ist.

Sofortigen Nutzen können nur Entwickler eigener Software ziehen, beispielsweise in der Wissenschaft. Das gleiche gilt für die Anwender von Open-Source-Anwendungen, die in der Regel performancekritische Programme aus den vorhandenen Quelltexten selbst kompilieren, wie das beispielsweise unter Linux üblich ist. Unter Windows und Mac OS werden in der Regel nur fertige Binaries verteilt, die häufig nicht auf dem aktuellen Stand der Prozessorbefehlssätze sind.

Themenseiten: Anwendungsentwicklung, Intel, Software

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