Bitte hier zahlen: Kommt das Zweiklassen-Internet?

Internet-Carrier wollen von Diensteanbietern wie Google und Skype eine Maut für die Nutzung des Datenhighways verlangen. Wer nicht zahlt, könnte auf dem digitalen Feldweg landen. Auch Anwender wären betroffen. ZDNet erklärt die Hintergründe.

Der Datenverkehr im Internet wächst rasant: So meldet beispielsweise der größte deutsche Internetknoten DE-CIX einen Anstieg des Traffics in Spitzenzeiten von 100 auf 250 GBit/s innerhalb eines Jahres. Verantwortlich dafür sind neue Anwendungen wie Youtube, die Bandbreite in nie gekannter Größenordnung verschlingen. Die dank ADSL 2+, VDSL und Kabel immer schnelleren Endkundenzugänge bereiten dafür die Basis.

Seit Jahren prognostizieren Experten daher den Verkehrskollaps auf der Datenautobahn. Zuletzt sorgte eine Studie von Nemertes für Aufsehen. Die Autoren geben dem Internet noch gut zwei Jahre, dann erfolge der Zusammenbruch und man müsse mit Modem-Geschwindigkeit auskommen. Dafür verantwortlich sei eine Lücke bei den Infrastruktur-Investitionen von knapp 70 Milliarden Dollar.

Ein Blick auf die Liste der Finanziers lässt die düstere Zukunftsprognose allerdings in einem anderen Licht erscheinen: Auftraggeber der Studie ist die Internet Innovation Alliance, in der zahlreiche Unternehmen zusammengeschlossen sind, die sich für eine Art Internet-Maut stark machen. Mit zusätzlichen Einnahmen soll der künftige Ausbau der Netze finanziert werden. Setzt sich dieser Ansatz durch, wäre dies das Ende des Internets, wie man es heute kennt.

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