Neues Multimedia-Portal Ovi: Nokia macht auf Community

Mit Ovi plant Nokia ein umfassendes Internet-Service-Portal. Damit tritt das Unternehmen in Konkurrenz zu Itunes, Google, Youtube und Co. ZDNet zeigt, welche Dienste Nokia integriert, was sie kosten und wie sie umgesetzt werden.

Das finnische Wort Ovi bedeutet Tür und steht symbolisch für die Eintrittspforte, die Nokia für seine Kunden etablieren will, damit sie ins mobile Internet strömen. In ihrem Online-Auftritt wollen die Finnen unterschiedlichste Dienste wie einen Musik- und Video-Shop, soziale Netzwerke und Communitys bis hin zum Nachrichtenportal versammeln. Dabei ist die Seite nicht nur auf die Nutzung via PC zugeschnitten, gerade Mobiltelefonnutzer sollen sich angesprochen fühlen. Nokia hat also nichts Geringeres vor, als eine eigene Internetmarke von ähnlicher Bedeutung wie Google oder Yahoo zu schaffen.

Musik-Downloads

Zum Start im Herbst 2007 soll der „Nokia Music Store“ online gehen, der Musik zum Download und Streaming auf PC und Handy anbietet. Nun ist dies nicht der erste Online-Shop und auch nicht der erste Musikladen speziell für Handys: Apple ist mit Itunes schon länger erfolgreich. Derzeit kooperiert Apple mit dem Kaffeeanbieter Starbucks. In allen Kaffeefilialen kann der Nutzer einzelne Lieder oder ganze Abspiellisten auf seinen Ipod Touch oder sein Iphone herunterladen. Itunes hat mehr als 3,5 Millionen Songs, 65.000 Podcasts, 20.000 Hörbücher, über 5000 Musikvideos und 220 Fernsehshows im Angebot. Einzig Videospiele fehlen.

Apple scheint für Nokia ein Vorbild zu sein – dies zeigt ein Blick auf die Preise. Einzelne Lieder kosten im finnischen Musikladen einen Euro, Alben zehn Euro. Ein Streaming-Abonnement schlägt mit zehn Euro im Monat zu Buche. Dabei setzt Nokia auf WMA, die Dateien sind mit Microsofts Digital Rights Management kopiergeschützt. Kodiert sind die Stücke mit 192 KBit/s. Apple bietet DRM-geschützte und seit kurzem auch gegen Aufpreis DRM-freie Musik mit ACC-Kodierung mit 256 KBit/s.

Screenshot
Start-Seite zu Nokias Musik-Angebot bei Ovi.

Auch Vodafone bietet Musik zum Herunterladen aufs Handy an. Daneben hat der Düsseldorfer Netzbetreiber aber auch noch ein anderes Musikangebot in petto: den Radio-DJ. Über UMTS kommen gegen eine monatliche Gebühr Songs per Streaming-Verfahren auf das Mobiltelefon, der Nutzer kann seinen Radiosender erziehen, so dass dieser im Laufe der Zeit nur noch die Musikstücke spielt, die dem Musikgeschmack des Nutzers entsprechen. Dazu muss der Kunde jeden Titel, den er hört, bewerten. Verpasst er ihm das Prädikat „nicht gefallen“, wird das Lied nicht mehr gespielt.

Ein weiteres Portal soll ab 7. November 2007 auf Kundenfang gehen: Musicstation. Über eine Million Lieder hat der englische Musikanbieter Omnifone, der das Portal betreut, im Angebot. Die Briten haben Vereinbarungen mit 30 Netzbetreibern in der ganzen Welt getroffen, die Musicstation unterstützen wollen. Die Songs für diesen Service kommen von Universal Music, Sony BMG, EMI Music und Warner Music. Für 2,99 Euro pro Monat können Kunden aus mehr als einer Million Titeln wählen. Unterstützt wird in erster Linie das Format eAAC+, das etwa 75 Prozent der derzeit im Markt befindlichen Handys abspielen können. Falls das Mobiltelefon mit diesem Format nicht zurechtkommt, liefert der Shop automatisch AAC- oder AAC+-Files.

Die Titel sind DRM-geschützt – Musicstation nutzt ein proprietäres DRM. In Zukunft sollen die Musikdateien nicht nur auf dem Handy bleiben, Nutzer, die einen weiteren Euro pro Monat investieren, können sich eine Software auf ihrem PC installieren und damit die Musik auch auf dem Rechner abspielen.

Themenseiten: Mobil, Mobile, Nokia, Telekommunikation

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