IT-Abteilungen bremsen Wirtschaftswachstum

Unternehmerisches Verständnis von IT-Verantwortlichen gefordert

Ein Großteil der IT-Abteilungen europäischer Unternehmen behindert das wirtschaftliche Betriebswachstum aufgrund eines mangelnden unternehmerischen Verständnisses. Unternehmen müssen daher jährlich auf durchschnittlich sechs Prozent Wachstum verzichten – allein in Deutschland beläuft sich das dadurch nicht realisierte Umsatzwachstum pro Jahr auf rund 50 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das Management-Beratungsunternehmen A.T. Kearney in einer aktuellen Studie, bei der mehr als 65 Top-Manager verschiedener Branchen befragt wurden.

Die Führungsetagen beklagen in erster Linie die mangelnde Unterstützung der IT in wachstumsrelevanten Bereichen wie der Business Intelligence (BI) und Consumer Relationship Management (CRM). Kritisch beurteilen die Befragten die großen Defizite bei inkonsistenten Daten und die zu langen Reaktionszeiten der IT bei der Erfüllung von Anfragen sowie die fehlende Transparenz über den konkreten IT-Nutzen. Auf einer Skala von eins (geringe negative Auswirkungen) bis zehn (hohe negative Auswirkungen) gaben die Manager an, vor allem im Bereich BI durch unzureichende IT gehemmt zu werden (5,6) – es folgen die Bereiche CRM (5,3), Pricing und Sales (4,4) sowie Product Lifecycle Management (4,1).

Wesentlich gravierender schlagen die relevanten Wachstumsblocker inkonsistente Daten (7,2), zu lange Reaktionszeiten der IT (6,3) und fehlerhafte Transparenz über den konkreten wirtschaftlichen Nutzen der IT (6,1) zu Buche.

Nur 19 Prozent der befragten Unternehmen integrieren die IT aktiv in die Strategiephase von Wachstumsprojekten. Verbesserungsmöglichkeiten sehen die Berater darin, dass die IT ihren Nutzen für das Unternehmen künftig klarer aufzeigt, sodass eine gemeinsame Vision darauf aufbauend erarbeitet werden kann. Erst wenn die IT-Verantwortlichen ein stärkeres unternehmerisches Verständnis entwickeln, könnten Defizite künftig abgebaut werden.

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5 Kommentare zu IT-Abteilungen bremsen Wirtschaftswachstum

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  • Am 26. September 2007 um 12:56 von JR

    Erst nicht einbinden und dann meckern
    Ist schon komisch, dass sich die Führungsebenen über mangeldes unternehmerisches Verständnis der IT beschweren und sie gleichzeitig die IT aber nicht mit einbinden. Da stellen sich doch (mindestens) zwei Fragen:
    1. Zeigt die IT kein unternehmerisches Verständnis, weil sie eh nicht mit eingebunden werden? oder
    2. Werden sie nicht mit eingebunden, weil sie kein unternehmerisches Verständnis hat?

    Aber das wären ja Probleme, die man lösen könnte. Einfach die IT mal mit einbinden und nicht über deren Köpfe hinweg entscheiden.

  • Am 26. September 2007 um 13:55 von Rumbel

    Das Management behindert das Wachstum!
    Wenn ich als IT-ler tagtäglich erlebe, was für ein technischer Irrsinn aus unserer Vorstandsetage kommt…. Technische Argumente interessieren nicht. Das geht dann über ein unwirsches "Ich bin hier Vorstand, ich will das so. Wenn sie das nicht können, macht es ihr Nachfogler!" Und so addiert sich der Schwachsinn im Laufe der Zeit. Wenn Kunden wüssten, wie teilweise mit ihren Daten verfahren wird, weil technischer Unverstand im Management zu schlicht idiotschen Abläufen führen…..

    IT-ler sollen mehr Wirtschaft lernen…mag ja sein. Vieleicht sollten komplett ahnungslose und absolut lernresistente Entscheidungsträger mit einem Wirtschafts-Bildungsmonopol (gemeinhin "Fachidioten" genannt) etwas mehr EDV lernen!

    Rumble

  • Am 26. September 2007 um 14:27 von Uwe Neumann,

    Der schwarze Peter
    Wir bieten modernste Tools für BI an und ich spreche täglich mit dem genannten Personenkreis. Dabei stoße ich schon auch auf IT-ler, die Ihrem Bericht sehr nahe kommen; aber versuchen Sie einmal, mit Ihrem Angebot bis in die Chefetagen und das Management vorzudringen. Eine Armada von instruierten Abschirmerinnen umgibt diesen heiligen Gral vieler Unternehmen und lässt gar nicht zu, dass neue Erkenntnisse in die Unternehmen gelangen. Sind am Ende die Sekretärinnen schuld? Offenheit und Mut zur Neugierde sind es, die uns in Deutschland abhanden gekommen sind. Gegenseitige Schuldzuweisungen werden das Problem nicht lösen.

  • Am 26. September 2007 um 16:10 von IT'ler

    Ja Ja
    Bitte nehmt diesen Artikel nicht zu ernst .. schließlich wurde diese Studie von einem Management-Beraterunternehmen gemacht die davon leben Managern BI und CRM Tools zu verkaufen die möglicherweise nichts taugen und spurlos verschwinden wenn dann Probleme damit auftauchen. Dann kann es auch vorkommen ,dass die IT damit zu 100% ausgelastet wird diese Tools so umzuprogrammieren oder einzustellen wie es sich das Management dann vorstellt.

    Aja und wegen der Antwortzeiten der IT: Ich sag nur selber Schuld wenn man wiederum auf manche dieser Management-Berater hört und die IT auslagert und zu einem Callcenter nach Wasweissichwohin verbunden wird.

    Der wirtschaftliche Nutzen der IT wird den meisten Managern leider meist erst bewusst wenn wirklich einmal nichts mehr geht, oder sie die IT mit ihren Systemen vor z.B. einer Rückrufaktion bewahrt hat.

  • Am 13. Oktober 2007 um 18:49 von Dr. Köster

    Keine IT- sondern Organisationsdefizite
    So wie der Artikel die Studie widergibt, scheint der Fokus ausschließlich auf der IT (Technologie !) zu liegen. Aus eigener Erfahrung weiss ich jedoch, dass eine in fünf Minuten eingerichtete Technik teilweise Monate benötigt, um in Organisationsabläufe integriert zu sein. Aber erst dann sind Datenqualität und alle Funktionen der Datenauswertung wirklich nutzbar. Organisationsabläufe betreffen alle beteiligten Beschäftigten, bis hin zu den Entscheidungsträgern, die sich selbst oft am Schwersten mit Änderungen ihrer liebgewonnenen Arbeitsmethoden tun.

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