Hybrid-Festplatten: Industrie bleibt skeptisch

Bisherige Windows-Treiber nicht leistungsfähig genug

Vor rund zwei Jahren von Samsung und Microsoft mit großem Aufsehen angekündigt, lässt der Durchbruch von Hybrid-Festplatten auf sich warten. Auf der diesjährigen Diskcon in Kalifornien zeigten sich Branchenvertreter überwiegend enttäuscht über die neue Technologie. „Die ersten Produktversionen haben nicht die Leistungssteigerungen gebracht, die sich Verbraucher erwartet haben“, sagte Richard New, Leiter der Forschungsabteilung bei Hitachi Global Storage Technologies. Ebenfalls kritisiert wurde die fehlende Unterstützung Microsofts, die bei der Treiberentwicklung weiter auf sich warten lässt.

Um die Leistung anzukurbeln und einen besseren Beschleunigungseffekt gegenüber herkömmlichen Platten zu erzielen, müsse der Flash-Anteil auf mehrere GByte erhöht werden, so New. Wird mehr Flashspeicher eingebaut, schnellen die Kosten derart in die Höhe, dass das Produkt von Konsumenten nicht mehr gekauft wird, mutmaßen hingegen andere. „Die Boot-Time verringert sich mit Flash-Technologie von durchschnittlich 28 Sekunden auf 21. Ich glaube kaum, dass die Leute bereit sind, dafür viel mehr Geld auszugeben“, so Joel Hagberg, Vizepräsident Marketing von Fujitsu Computing Products, auf der Diskcon.

Andere Hersteller wiederum mutmaßen, dass die schwach ausfallende Leistungssteigerung in erster Linie mit den fehlenden Treibern von Microsoft zusammenhängt. Microsofts neues Betriebssystem Vista ist derzeit das einzige, das die hybriden Festplatten unterstützt. Nach Ansicht einiger Branchenvertreter funktionieren die Treiber aber noch immer nicht optimal, weshalb die Vorzüge der Flashtechnologie auch nicht ausgenutzt werden können. Sollte Microsoft die Weiterentwicklung der Treiber einstellen, sei die gesamte Technologie zum markttechnischen Scheitern verurteilt, so die Hersteller.

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