Vista Service Pack 1: Microsoft will zurück in die Erfolgsspur

Ein Wehklagen ging durch die IT-Branche: Vista befeuerte den Absatz von PCs nur mäßig. Nun wurde das erste Update für die ersten drei Monate kommenden Jahres in Aussicht gestellt. Gelingt es Microsoft so, seinen verpatzten Start zu korrigieren?

Die IT-Branche zeigte sich bislang über Windows Vista enttäuscht. Symptomatisch war das Wehklagen des Acer-Präsidenten Gianfranco Lanci. Er erklärte, noch nie zuvor in der Geschichte der PC-Branche habe eine Windows-Version den Absatz von Computern derart wenig angekurbelt. Zudem glaube er nicht, dass sich jemand wegen Vista einen neuen PC anschaffe. Microsoft hofft nun auf das erste Service Pack für Windows Vista. Das Update, das für das erste Quartal des kommenden Jahres in Aussicht gestellt wurde, könnte nämlich einen doppelten Zweck erfüllen: einige der verbliebenen „Unebenheiten“ des Betriebssystems ausbügeln und gleichzeitig signalisieren, dass es für den allgemeinen Einsatz bereit ist.

Bisher hat Microsoft die Bedeutung von Service Packs heruntergespielt. Außerdem drängten die Redmonder Unternehmen dazu, mit dem Testen und dem Einsatz von Vista nicht bis zum Erscheinen eines Service Pack zu warten.

Nichtsdestotrotz erklärt Microsoft nun in seiner Ankündigung für das Service Pack 1, dass dieses für einige Unternehmen ein wichtiges Signal sein dürfte, dass Vista inzwischen ausgereift ist. Analysten hatten den Unternehmen immer wieder dazu geraten, mit dem Einsatz von Vista noch zu warten, bis das erste Service Pack herauskomme. „Es gibt einen Teil des Marktes, der immer so vorgeht“, beschwichtigt Shanen Boettcher, Manager des Windows-Bereichs. „Ich rechne damit, dass wir zumindest einen geringen Anstieg bei der Nutzung von Vista erleben werden.“

Genau genommen hatte Microsoft nach eigenen Angaben erwartet, dass Unternehmen in den ersten zwölf Monaten doppelt so schnell auf Vista umsteigen würden, als sie dies bei XP getan hatten. IDC-Analyst Al Gillen berichtet allerdings, dass die Unternehmen sich nicht sonderlich beeilen: „Nach dem, was wir beobachten können, verläuft die Akzeptanzkurve im Wesentlichen so wie bei früheren Versionen.“

Zum Teil liege das daran, dass der Wechsel des Betriebssystems mit erheblichem Aufwand verbunden sei. Unternehmen müssten es mit jeder selbst erstellten oder gekauften Software testen, Sicherheitsüberprüfungen durchführen, sicherstellen, dass ausreichende Rechner zur Verfügung stünden, auf denen das neue Betriebssystem auch läuft, und Geld für Hardware, Software, Schulungen und Support bereitstellen. „Das führt dazu, dass die Kunden ziemlich zögerlich vorgehen“, so Gillen.

Themenseiten: IT-Business, Microsoft, Strategien, Windows Vista

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3 Kommentare zu Vista Service Pack 1: Microsoft will zurück in die Erfolgsspur

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  • Am 12. September 2007 um 19:08 von Matthias Rietz

    Vista zu teuer
    Warum sollte man sich einen neuen Rechner wegen Vista kaufen? Ein großer Teil der Software läuft nicht unter Vista, d.h. es sind erhebliche Folgekosten zu erwarten. Buchhaltungssoftware wie z.B. Sage GS Buchhalter und GS Auftrag laufen nicht sauber unter Vista. Ich mußte mir leider einen neuen Rechner kaufen, da der alte XP-Rechner total zerschossen war und ich mit XP SP2 auch mehr Probleme als Freude hatte. Nicht einmal eine Formatierung der Festplatte war mehr möglich. Meine Daten konnte ich dank Linux komplett retten. Zur Zeit denke ich darüber nach mich von Microsoft bis auf zwei Rechner total zu verabschieden. Jedenfalls bleibt auf dem ehemaligen XP-Rechner Linux. Buchhaltungsprogramme usw. gibt es unter Linux auch, die Kosten sind erheblich geringer.

    • Am 12. November 2007 um 18:18 von Geht nicht!

      AW: Vista zu teuer
      Also wer es schafft einen PC so falsch zu konfigurieren und zuzumüllen, dass er sich nicht mehr formatieren lässt hat einfach keine Ahnung und sollte sich eine mechanische Schreibmaschine und ein analoges Telefon auf den Schreibtisch stellen. Das ist nämlich schlichtweg unmöglich! Da ist höchstens die Festplatte kaputt und dann werden Sie mit Linux auch nicht lange Freude haben. Win XP SP2 lief immer stabil und gut, aber wahrscheinlich wurde darauf sämtlicher Schund installiert, den es kostenlos auf der Heft-CD von Zeitschrift XY gab und mit wenig Hirn und viel Aktionismus alles verstellt, was sich nur verstellen lässt…

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