Cisco baut am Data Center 3.0

Das Netzwerkunternehmen hält die gegenwärtigen RZ-Infrastrukturen für überholt. Mit einer neuen Virtualisierungs-Offensive soll das Netz zur Plattform aller Komponenten und Anwendungen werden. Ergänzt wird diese neue Strategie durch vertikale Kommunikationslösungen.

Cisco stößt in immer neue Anwendungsgebiete vor. Neuestes Ziel sind die Rechenzentren, bei denen laut Cisco-Chef John Chambers immer noch zu sehr in Boxen und zu wenig in Architekturen gedacht wird. „Wir müssen nicht nur einzelne Komponenten, wie Server und Storage, virtualisieren, sondern die gesamte Infrastruktur“, sagte er auf der diesjährigen Kundenveranstaltung in Anaheim, bei Los Angeles.

Rechenzentrum 3.0 nennt Cisco diesen neuen Ansatz, bei dem das Netz die Plattform ist, auf der sich alles andere dann aufbaut. Für dieses netzbasierte Konzept hat Cisco bereits einen ganzen Strauß an neuen sowie verschiedene erweiterte Produkte vorgestellt.

Zentrales Element der neuen Architektur ist Vframe, eine Appliance, mit der sich eine virtuelle IT-Service-Umgebung erstellen lässt, die aus Servern, Storage und dem Netzwerk besteht. Damit lassen sich Server bei zunehmender Auslastung aus dem Standby hinzufügen. Abgeschaltete Server können so übers Netzen gebootet und flexibel hinzugefügt werden. Geht die Spitzenbelastung wieder zurück, fahren auch die Server herunter.

Noch lässt sich mit der Appliance kein klassisches Systemmanagement mit all seinen verschiedenen Segmenten ersetzen. Und so bietet Cisco eine Reihe von APIs an, damit die Appliance an externe Programme angebunden werden kann. Mit einigen Systemspezialisten gibt es bereits Partnerschaften: So ist EMC der Partner für Informationsmanagement und Storage, IBM für Installation und Support, Hewlett-Packard für LAN- und Blade-Switching sowie Vmware für Virtualisierung.

Eine weitere Neuankündigung im Rahmen der neuen Strategie ist das „Data-Center-Assurance-Program“ (DCAP). Hierbei handelt es sich um ein kostenloses Online-Tool zur Auslegung und Konfiguration von Rechenzentren. In einer Wissensdatenbank sind die Kombinationsmöglichkeiten von verschiedenen Hard- und Software-Komponenten abgelegt. Cisco stellt aus seinen eigenen Erfahrungen heraus den größten Teil des Contents, doch es handelt sich um eine offene Web-Lösung, in der die User mittels Wiki-Technologie ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit einbringen können. „Unser DCAP ist eine Art Wikipedia für das RZ-Design und für dessen optimalen Ausbau“, sagte Jayshree Ullal, bei Cisco zuständig für den neuen RZ-Vorstoß.

Hardwaremäßig wurden für den RZ-Betrieb die beiden neuen SAN-Switches 9222i und MDS 9134 vorgestellt, die beide zum Jahresende auf den Markt kommen sollen.

Themenseiten: Cisco, IT-Business, Strategien

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