Verizon und Broadcom tricksen Qualcomm aus

Direktes Abkommen umgeht das Import-Embargo

Broadcom hat bekannt gegeben, dass es ein direktes Lizenzabkommen mit dem Qualcomm-Kunden Verizon Wireless abgeschlossen hat. Die Vereinbarungen betrifft Qualcomms Patentrechtsverletzungen.

Danach wird Verizon dem Chiphersteller Broadcom sechs Dollar für jedes Handy, Smartphone oder Speichermedium zahlen, das auf Qualcomms 3G-Chips mit EVDO-Technologie basiert. Grundlage dieser Lizenzzahlungen sind gerichtlich anerkannte Ansprüche von Broadcom gegenüber Qualcomm bei diesen Chips. Verizons Zahlungen sollen jedoch 40 Millionen Dollar pro Quartal nicht überschreiten. Die Maximalsumme aller Gebühren beträgt angeblich nicht mehr als 200 Millionen Dollar.

Verizon Wireless ist einer der größten Handybetreiber in den USA. Das Unternehmen sitzt inmitten eines Patentstreits von Broadcom und Qualcomm quasi zwischen den Stühlen. Dabei geht es um Qualcomms Strom sparende 3G-Mikrochips für Handys. Die Technologie wurde von Broadcom ursprünglich für WLAN-Geräte entwickelt und von Qualcomm adaptiert.

Am 7. Juni hatte die US-Außenhandelskommission einen Importbann für alle zukünftigen Produkte verhängt, die Broadcoms 3G-Technologie enthalten. Das könnte für Verizon zu massiven Versorgungsengpässen bei 3G-Handymodellen wie dem neuen Razr 2 von Motorola führen.

Durch das Abkommen mit Broadcom darf Verizon nun jedes dieser neuen Handys ungehindert verkaufen. „Wir sind froh, eine Vereinbarung mit Broadcom getroffen zu haben, um die Lieferungen unserer neuen und innovativen Produkte für unsere Kunden zu sichern“, sagt Lowell McAdam, CEO von Verizon Wireless.

Auch wenn das Abkommen Qualcomms Position in dem Importbannverfahren schwächen könnte, zeigte sich das Unternehmen froh, dass Verizon Wireless nun sorgenfrei Produkte mit Qualcomms Mikrochips und Software verkaufen könne. Qualcomm betonte zudem, dass das Unternehmen den drohenden Importbann weiterhin mit allen Mitteln verhindern will.

Themenseiten: Business, Qualcomm, Verizon

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