Österreichs Domainverwaltung unter Spamverdacht

Nic.at fühlt sich erpresst

Die umstrittene Anti-Spam-Organisation Spamhaus.org hat die Mailserver-IP-Adressen der österreichischen Domainverwaltung Nic.at in ihre Spam-Blacklist aufgenommen. Seit dem 12. Juni 2007 wurden die von Nic.at versandten E-Mails daher von den meisten Mailservern abgewiesen, da viele große Provider trotz anhaltender Diskussionen über das Projekt auf die Spamhaus-Liste zurückgreifen. Mit der Maßnahme will Spamhaus die österreichische Domainverwaltung zum unverzüglichen Löschen von rund 15 strittigen .at-Domains zwingen.

„Das ist ein reiner Erpressungsversuch. Nic.at hat nicht und wird niemals Spammails verschicken. Darüber hinaus sind wir rechtlich überhaupt nicht in der Lage, die besagten Seiten zu löschen“, sagt Nic.at-Geschäftsführer Richard Wein. Man sei definitiv die falsche Anlaufstelle. Die Verantwortlichen hätten sich zudem nicht gesprächsbereit gezeigt, kritisiert Wein die Vorgangsweise der Spamjäger und kündigt rechtliche Schritte gegen das in Großbritannien beheimatete Projekt an. Der externe Schaden durch nicht zugestellte und gelöschte Mails sei noch gar nicht abzuschätzen, so Wein.

Spamhaus.org war im vergangenen Jahr einige Mal heftig unter Beschuss geraten. Kritiker warfen den Anti-Spammern willkürliche, geschäftsschädigende Methoden vor. Ein US-Gericht drohte dem Projekt im Oktober vergangenen Jahres damit, es ganz vom Netz nehmen zu lassen, während etwa das E-Mail-Marketing-Unternehmen E360 Insight eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von 11,7 Millionen Dollar gegen Spamhaus erstreiten konnte. Spamhaus erteilte den US-Forderungen mit dem Verweis auf den eigenen Firmensitz in Großbritannien allerdings eine Absage.




Spamhaus.org hat die österreichische Domainverwaltung Nic.at in ihre Spam-Blacklist aufgenommen (Foto: Spamhaus.org).

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