Microsoft und Novell: Ausweitung der Kampfzonen

Seit dem Patentabkommen zwischen Novell und Microsoft bebt die Erde im Linux-Lager. ZDNet zeichnet in einem umfassenden Überblick die jüngsten Verwerfungslinien nach. Rollt der Tsunami bereits?

Was zum Teufel macht Novell
jetzt schon wieder? Diese Frage stellen sich Linux-Enthusiasten und Open-Source-Verfechter auf der ganzen Welt seit Monaten. Genauer seit dem November vergangenen Jahres, als Novell-Chef Ron Hovsepian und Microsoft erklärten, künftig friedlich zu kooperieren und sogar gemeinsame Angebote erstellen zu wollen. Der Patentpakt umfasst den Verkauf von Coupons für Novells Suse Linux Enterprise Server (SLES) durch Microsoft sowie Microsofts Verzicht, Anwender patentrechtlich zu verklagen. Seit dem hat die in Provo, Utah, ansässige Firma einen schweren Stand in der Open-Source-Community, auch wenn Europachef Volker Smid dies im Video-Interview mit ZDNet so nicht stehen lassen wollte.

Was also macht Novell jetzt schon wieder? Tatsächlich hat sich seit November einiges getan. Jüngste Entwicklung ist ein Abkommen mit Capgemini, das frappierend an den Microsoft-Deal erinnert. In einer umfassenden Partnerschaft wolle man neue Lösungen aus Open Source und proprietärer Software für Firmenkunden anbieten. Capgemini wird dazu seinen Open-Source-Bereich mit Suse-Linux-Kompetenzen erweitern. Das Unternehmen will dann ein Paket von Beratungen über Implementierung bis hin zu Support offerieren.

Das Angebot stellt lizenzkostenorientiert Open Source ins Zentrum, schließt aber proprietäre Management-Tools und Anwendungen ein. Kunden könnten so eine Linux-Plattform über ihre gesamte Infrastruktur vom Desktop bis zum Rechenzentrum aufbauen und dabei auf die Erfahrung eines weltweiten Beratungshauses vertrauen, so die Unternehmen in einer gemeinsamen Veröffentlichung.

In folgenden drei Bereichen arbeiten Capgemini und Novell zusammen: Erstens steuert Novell neben dem Betriebssystem Suse Linux Enterprise Closed-Source-Lösungen für das System-Management sowie Entwicklungs-Tools bei, die in Middleware und Web Application Frameworks von Capgemini integriert werden. Zweitens konzentriert sich der Dienstleister auf Desktop-Angebote, deren Grundlage Novell-seitig der Suse Linux Enterprise Desktop ist. Drittens will Capgemini Lösungen für die Virtualisierung von IT-Umgebungen gemäß einer ITIL-basierenden Business-Orientierung entwickeln. Das dazugehörige IT-Management erfolgt mittels des Novell-Produkts ‚Zenworks Orchestrator‘.

Themenseiten: IT-Business, Linux, Microsoft, Novell, Open Source, Strategien

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