Größter US-Internetbetrüger verhaftet

"Seattle Spammer" hatte über 2000 PCs in seinem Botnetz

Die US-Polizei hat Robert Alan Soloway, alias „Seattle Spammer“, festgenommen. Die Anklageschrift umfasst 35 Punkte und ist das Ergebnis gemeinsamer Ermittlungsaktivitäten des FBI, der Steuerfahndung, der amerikanischen Post und einer Computerspezialeinheit des Justizministeriums.

Soloway ist der Besitzer von Newport Internet Marketing. Mit diesem Unternehmen soll er in zehn Fällen Postbetrug, in fünf Fällen Telefonbetrug, in zwei Fällen E-Mail-Betrug, in fünf Fällen schweren Identitätsdiebstahl und in 13 Fällen Geldwäscherei betrieben haben. In allen Anklagepunkten hat er auf „nicht schuldig“ plädiert.

„Spam ist eine Plage, und Soloway hat sie im ganz großen Stil im Internet verbreitet. Er wurde Spam-König genannt, weil er für Millionen von Spam-Mails verantwortlich ist“, sagt Jeffrey Sullivan, der zuständige Staatsanwalt im US-Staates Washington.

Soloway ist angeklagt, falsche Webseiten und mehr als 50 Internetdomains betrieben zu haben, auf denen er einen legalen E-Mail-Dienst anbot, der sich angeblich nur an Personen richtete, die den E-Mails ausdrücklich zugestimmt hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er mit diesen Falschangaben rechtschaffene Unternehmen dazu gebracht habe, Marketing-Tools bei ihm zu kaufen. Doch diese entpuppten sich später als bösartige Spam-Tools. Wenn sich die Firmen darüber beschwerten, wurden sie von Soloway mit Drohungen eingeschüchtert.

Der vermeintliche Spammer wird darüber hinaus verdächtigt, dass er mehr als 2000 Proxy-Computer als Botnets angelegt hat, um seine Spam-Mails zu verbreiten. Außerdem soll er E-Mail- und Domainnamen gestohlen haben, um unter diesen Adressen Spam zu verschicken. Geblockt wurden dann die unschuldigen Opfer des Diebstahls. Die Aktivitäten beziehen sich alle auf den Zeitraum zwischen November 2003 und Mai 2007.

Inzwischen haben die Ermittlungsbehörden das gesamte Vermögen von Soloway und seiner Firma beschlagnahmt und ihm einen Pflichtverteidiger zugewiesen.

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1 Kommentar zu Größter US-Internetbetrüger verhaftet

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  • Am 4. Juni 2007 um 16:08 von Martin Brotzler

    SPAM Internet Betrüger
    In Deutschland ist ja das SPAMing schon einige Zeit eine Straftat, leider hört man nie etwas von entsprechenden Reglementierungen. Dieses Beispiel hier zeigt, dass gegen solche Leute vorgegangen werden kann und das sollte in Deutschland auch vermehrt gemacht werden inklusive einem Internet-Verbot für mindestens 5 Jahre.

    SPAM kostet eine Menge Geld, den Email Anbietern, die ständig ihre Software weiter entwickeln müssen, den Unternehmen, deren Angestellte Zeit verlieren, wenn sie SPAM Mails aussortieren und löschen und letztlich natürlich der Schaden, wenn der in einer SPAM Mail gesetzte Link zu einem Betrug führt z.b. Pishing.

    Wir bei Lifedate.de z.b. setzen mittlerweile auf die großen Email Anbieter wie z.b. Web.de, an die wir alle Emails, die an @lifedate.de gehen weiterleiten und vom dortigen SPAM System aussortieren lassen. Das spart uns viel Zeit, denn täglich kommen weit über 2.000 SPAM Mails rein.
    Nach meiner subjektiven Prüfung hat Web.de den Besten SPAM Filter und die Oberfläche ist äußerst Kundenfreundlich.

    Hoffen wir, dass gegen SPAM Versender zukünftig massiver vorgegangen wird.

    Hochachtungsvoll
    Martin Brotzler
    http://www.martinbrotzler.de

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