Sun wird der Mauschelei verdächtigt

Hohe Beamtin muss vor einem Kongressausschuss aussagen

Die Geschäftsbeziehungen zwischen Sun Microsystems und der US-Regierung werden nächsten Woche genau unter die Lupe genommen. Dann muss Lurita Doan, die Geschäftsführerin der General Services Administration (GSA), vor einem Komitee des Kongresses dazu Stellung beziehen, warum angeblich überteuerte Technologie-Verträge von ihrer Behörde abgesegnet wurden. Laut einem Bericht der Washington Post hatte Doan die Verträge trotz Warnungen der Belegschaft und des Abschlussprüfers bewilligt.

Das US-Justizministerium plant darüber hinaus, sich in einen Whistle-Blower-Prozess einzuschalten, den der frühere Accenture-Manager Norman Rille zusammen mit dem ehemaligen Pricewaterhousecoopers-Manager Neal Roberts gegen Accenture, Sun und Hewlett-Packard angestrengt hat. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass die beklagten Firmen Bestechungsgelder bezahlt haben, um ihre Regierungsverträge abzusichern. Zudem verübten sie Unterschlagung, indem sie der Regierung nicht die vollständigen Preisangaben mitteilten.

Obwohl das Justizministerium sich in dieses Verfahren eingeschaltet hat, muss es darüber hinaus ein unabhängiges Verfahren anstrengen, welches „wahrscheinlich bereits im nächsten Monat eröffnet wird“, sagte ein Sprecher der GSA.

Dell und EDS werden ebenfalls in der Klageschrift genannt, doch gegen Dell will das Ministerium nicht vorgehen. Bezüglich EDS ist noch keine Entscheidung gefallen.

Sprecher von Sun und EDS verteidigten ihre Vertragspraxis. „Wir meinen, dass unsere Preisverhandlungen mit der GSA stets fair waren und wir den jeweils besten Preis angeboten haben. Wir haben uns immer an ihre Vorgaben gehalten und den Audit nach Kräften unterstützt“, so Sun-Sprecherin Kathy Angle. Auf ein mögliches Verfahren durch das Justizministerium wollte sie nicht eingehen, da noch keine Klage vorliegt.

Auch EDS-Sprecher Travis Jacobsen sagt, dass das Unternehmen „fortlaufend in Übereinstimmung mit den geltenden Bedingungen und Regeln gehandelt habe“. Er glaubt darüber hinaus nicht, dass dieses Verfahren gravierende Auswirkungen auf das Ergebnis des Unternehmens haben wird. Und das, obwohl EDS über 30 Prozent seines Umsatzes mit öffentlichen Auftraggebern abwickelt.

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