IBM: Der Mainframe erlebt ein Comeback

Big Blue verdient wieder richtig Geld mit seinem System z – und das, obwohl das Unternehmen jährlich eine Milliarde an Entwicklungsgeldern in den Mainframe investiert. ZDNet sprach darüber mit Robert J. Hoey, Vice President Worldwide Sales, System z.

ZDNet: Sie kommen gerade von der International Mainframe Storage Conference hier in München, wo Sie eine Keynote gehalten haben. Worum ging es darin?

Hoey: Um verschiedenes. Meine wichtigste Botschaft war wohl, dass der Mainframe eine wachsende Plattform darstellt. Fälschlicherweise wird ja manchmal angenommen, das Gegenteil wäre der Fall. Das lässt sich auch an unseren Zahlen festmachen: 2006 konnten wir den System-z-Umsatz um 7,8 Prozent steigern und die verkaufte Rechenleistung in MIPS um elf Prozent gegenüber 2005 erhöhen. Dieser Trend hat sich auch im ersten Quartal fortgesetzt. Das kommt daher, weil wir jedes Jahr mehr als seine Milliarde Dollar quer über alle Bereiche in die Plattform investieren, etwa zwei Drittel davon in Software und Services, den Rest in Hardware.

ZDNet: Eine Milliarde? Das ist eine Menge Geld! Und das rechnet sich?

Hoey: Auf die Dauer schon! Die Frage stellen mir auch unsere Kunden, und ich mache dann immer folgende Rechnung auf: Üblicherweise zahlt ein Kunde im Schnitt 2000 Dollar pro MIPS – wenn Sie also eine Milliarde Dollar investieren, müssen Sie wenigstens 500.000 MIPS verkaufen, um wenigstens den Break-even zu schaffen. Das ist eine ganze Menge – und natürlich wollen wir mehr!

ZDNet: Wer kauft denn all diese MIPS? Wie sieht Ihr typischer Kunde aus?

Hoey: Zunächst muss ich sagen, dass 20 Prozent unserer Mainframe-Kunden zu 80 Prozent zum Umsatz beitragen. Viele dieser Kunden haben 100.000 MIPS oder sogar mehr installiert. Um ihre Frage aber zu beantworten: Die Mehrzahl unserer Neukunden sind ehemalige Nutzer von Unix-Systemen von Sun und HP, aber auch Linux/Intel-Nutzer, die ihre Workloads auf unsere Mainframes schieben. In manchen Fällen kommen sie auch vom System p.

ZDNet: Warum wechseln Anwender von Servern auf den Mainframe?

Hoey: Die Komplexität ihres Environments erschlägt sie. Die Hälfte der Ausgaben wird für Mitarbeiter verwendet – also suchen sie nach Wegen, diese Kosten zu drücken. Das ist mit einem Mainframe möglich. IBM selbst macht das! Als wir unserer globalen IT-Infrastruktur einer Inventur unterzogen, fanden wir 25 Mainframes und 7000 Unix-Installationen vor – auf denen rund 46.000 Applikationen liefen. Heute sind wir dabei, das Referenz-Rechenzentrum für das 21. Jahrhundert aufzubauen. Dabei sage ich nicht, dass sich jede Applikation auch für den Mainframe eignet, einige schreien geradezu nach Unix oder Intel.

Themenseiten: IBM, IT-Business, Strategien, Supercomputing, Technologien

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