Google-Aktionäre halten an Selbstzensur fest

"Ein Rückzug aus China ist nicht die richtige Antwort auf die Internetzensur"

Die Google-Aktionäre haben am Donnerstag einen Antrag abgelehnt, der sich gegen die von Google durchgeführten Zensurmaßnahmen in China richtete. Das vom New York City Pension Fund eingereichte Gesuch sah die Erstellung von Richtlinien zur Sicherung des freien Internetzugangs vor. Google dürfe sich durch die freiwillige Selbstzensur von Suchergebnissen nicht zum Komplizen von Regierungen machen, die gegen die Menschenrechte verstießen, sagte Patrick Doherty als Vertreter des Antragstellers.

Vor der Abstimmung im Rahmen der Aktionärsversammlung im kalifornischen Mountain View wies Google-Chefanwalt David Drummond darauf hin, dass der Konzernvorstand die Maßnahme ablehne, weil sie mehr schade als helfe: „Wir wissen die positive Absicht zu schätzen, aber wir lehnen das Gesuch ab, weil wir nicht glauben, dass es für die Rechte der freien Meinungsäußerung und des Zugriffs auf Informationen förderlich ist. Ein Rückzug aus China und die Abschaltung von Google.cn ist für uns nicht die richtige Antwort auf die Internetzensur.“

Vor Einführung seiner Suchmaschine in China hatte sich das Unternehmen bereit erklärt, alle Suchergebnisse zu entfernen, die sich gegen die chinesische Regierung richteten. Google-CEO Eric Schmidt verteidigte diese Praxis im Vorfeld der Aktionärsversammlung: „Die zensierten oder weggelassenen Daten machen weniger als ein Prozent aller Ergebnisse aus, womit ich Chinas Gesetze und Politik allerdings nicht verteidigen will. Unserer Meinung nach stehen den chinesischen Bürgern jedoch mehr Informationen und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung, als wenn wir dort nicht aktiv wären.“

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2 Kommentare zu Google-Aktionäre halten an Selbstzensur fest

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  • Am 11. Mai 2007 um 11:58 von lorenz wacker

    Google: JA zu China!
    Sicher will Google auch Geld verdienen in China, aber wer das Google zum Vorwurf macht, hat das Thema nicht zuende gedacht. Sieht man sich die Evolution der Menschheit an, bis es die Demokratie und Menschenrechte gab, dann war Die Verfügbarkeit von Information immer DER ausschlaggebende Faktor – die Übersetzung der Bibel, die Aufklärung oder West-TV Sender in der früheren Ostzone sind nur einige wenige Beispiele dafür, daß bloße Information totalitäre Machstrukturen erodiert. je mehr und je schneller die Information verfügbar ist, desto schneller die Erosion der Unterdrückung. Wer sich in China mehr Freiheit und Menschenrechte wünscht, kann doch nicht ernsthaft fordern, 99% der Informationen für alle Menschen dort zurückzuhalten, bloß weil 1% fehlt? Auch wenn dieses eine eine % wichtig ist – die 99% sind dennoch mehr als die halbe Miete: sie werden zur Öffnung des Landes beitragen. es lassen sich gar nicht ALLE Informationen herausfiltern, die der Chinesischen Regierung nicht gefallen – dafür steht im Web viel zuviel zwischen den Zeilen, das sich nicht durch Algorythmen herausfiltern läßt und durch manuelle Filterung gar nicht zu bewältigen ist. Google tut genau das richtige für die Menschenrechte in China, auch wenn (oder gerade weil?)es ein gewinnorientiertes Unternehmen ist. es wäre aber auch politisch nicht sonderlich klug von Google, öffentlich so zu argumentieren – es würde die ihm auferlegten Restriktionen nur heraufschrauben.

  • Am 12. Mai 2007 um 17:22 von livia

    China
    Google will überall sein, bitte schön nur wer kneift verliert.
    is doch egal ob man in diesem land eine internet plattform hat oder nicht.
    nur mit diesen ZENSIERTEN BERICHTEN hat die firma alles unglaubwürdig gemacht was einst für google stand.

    1. freiheit
    2. unabhängigkeit
    3. selbständigkeit

    P.S. google hat geglaubt die chinesische regierung zu unterwandern falsch gedacht so plump läuft das nicht

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