Intel zeigt neue Centrino-Generation

Konkurrent AMD und Analysten sehen integrierte Grafik als Schwachpunkt

Intel stellt heute in San Francisco die neueste Generation seiner Centrino-Plattform für Notebooks vor. Die unter dem Codenamen Santa Rosa entwickelte Komponenten-Kombination wird aus Core-2-Duo-Prozessoren, dem Intel-965-Chipsatz und einem WLAN-Chip nach Draft-N-Standard bestehen.

Darüber hinaus unterstützt die neue Plattform erstmals das auf der diesjährigen CeBIT vorgestellte Turbo Memory. Der maximal 1 GByte große, integrierte Flash-Speicher soll vor allem unter Windows Vista deutliche Performancevorteile bieten.

Es werde zwei Versionen von Santa Rosa geben, Centrino Duo und Centrino Pro, sagte Intel-Sprecherin Connie Brown. Centrino Pro biete zusätzliche Funktionen zur vereinfachten Administration größerer Notebook-Bestände in Unternehmen und eine verbesserte Unterstützung von Virtualisierungen.

Eine weitere, wichtige Verbesserung ist Intel zufolge der leistungsstärkere Grafikchipsatz. Die meisten Notebooks verwenden integrierte Lösungen statt separater Grafikkarten. Die Gründe dafür sind die niedrigeren Kosten und der geringere Energieverbrauch. Mit der Fusion von ATI und AMD ist der Druck auf Intel in diesem Bereich gestiegen.

„Für die Darstellung von Text sind integrierte Grafik-Chipsätze absolut ausreichend“, sagte Dean McCarron, Analyst bei Mercury Research. „Aber als Spieleplattform sind sie einfach nicht zu gebrauchen.“

Analysten erwarten, dass gegen Ende des Jahrzehnts die Hälfte aller verkauften Computer Notebooks sein werden. „Wenn der Markt für mobile Geräte diese Größenordnung erreicht, dann wird er auch genauso vielfältig sein müssen wie der Markt für Desktop-Computer“, sagte McCarron. Dies gelte auch für die Grafiklösungen. Aktuell hätten die Käufer von Desktop-PCs bei der Grafik die freie Auswahl aus verschiedenen Leistungsklassen, während Notebook-Käufer an wenige Alternativen aus dem Einstiegssegment gebunden seien.

Mit ihrer wachsenden Beliebtheit unter den durchschnittlichen PC-Usern würden Notebooks aber immer mehr für Spiele und grafikintensive Anwendungen genutzt. Ernsthafte Computerspieler setzten zwar weiterhin auf Desktop-PCs oder Desktop-Replacements, aber die meisten Nutzer lägen irgendwo zwischen einem Hardcore-Gamer und einem einfachen PC-User.

Intel hatte vergangene Woche angekündigt, die Performance seiner Grafikchipsätze für Notebooks künftig um 50 Prozent pro Jahr steigern zu wollen. Derzeit läge dieser Wert bei rund 20 Prozent. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Grafik, Leistung und Akkulaufzeit sei eine wichtige Grundlage für Intels Notebook-Marktanteil von 80 Prozent, sagte Brown. „Ich glaube, wir wären nicht da, wo wir heute sind, wenn wir uns nur auf das eine oder andere Detail konzentriert hätten.“

Konkurrent AMD hat die integrierte Grafiklösung trotz der von Intel beworbenen Leistungssteigerung als Schwachpunkt der neuen Centrino-Plattform ausgemacht. In einem in der vergangenen Woche durchgeführten Vergleichstest mit Intels aktuellem 965G-Chipsatz erreichte AMDs neue Lösung M690 bei einer Far-Cry-Demo eine flüssigere Videowiedergabe und eine höhere Framerate als die Konkurrenz von Intel.

Themenseiten: Grafikchips, Hardware, Intel, Notebook, Windows Vista

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