Telefonieren und Navigieren: Die neuen Handys können beides

Der Boom von Navigationssystemen macht auch vor Handys nicht halt. Neue Modelle inklusive GPS-Chip kommen auf den Markt. ZDNet zeigt, was die Zukunft bringt, und hat den neuesten Vertreter dieser Gattung bereits getestet.

Es verwundert nicht, dass im Internet das Gerücht kursiert, Nokia plane in naher Zukunft, alle Mobiltelefone mit Navigations-Chip auszuliefern. Mit dem N95 ist Nokia zwar nicht der erste Hersteller, der GPS in mobile Geräte integriert, aber der hartnäckigste. Auch das Nokia 6110 Navigator hat einen integrierten GPS-Chip. Weitere Handys mit Navigationsfunktion wurden angekündigt.

Motorola und Sirf hatten bereits am 12. April eine Kooperation zur Weiterentwicklung von standortbezogenen Diensten bekannt gegeben. Beide Unternehmen wollen GPS zum Handy-Standard machen. „Künftig werden nicht nur funktionsreiche Smartphones, sondern alle Mobiltelefone einen GPS-Empfänger integriert haben. Nun müssen Anwendungen geschaffen werden, die viele heute noch notwendige Einzelschritte in einer Applikation verbinden“, sagt Sirf-Sprecherin Birgit Günther.

Die ersten Geräte, die Telefonie und GPS vereint hatten, waren jedoch Smartphones: Wegen ihrer Größe und der ihres Displays sind sie für Navigation am besten geeignet. Vodafone hat zum Beispiel das Smartphone VPA Compact GPS im Portfolio. Bei O2 gibt es den XDA Orbit und bei T-Mobile den MDA Compact III. Alle drei Geräte bieten integrierte GPS-Funktionalität, sind aber größer und schwerer als gängige Mobiltelefone. Von HTC und T-Mobile gibt es die Smartphones Advantage beziehungsweise Ameo. Diese PDAs laufen auf Windows Mobile 5, haben eine 8 GByte große Festplatte, eine 3-Megapixel-Kamera, eine abnehmbare QWERTZ-Tastatur und eben auch einen GPS-Chip an Bord. Seit Anfang Februar findet sich auch in der Produktpalette von Asus ein Smartphone mit GPS-Navigation: das Asus P535. Und im April kündigte HTC ein Update für das Smartphone P3600 an, das den integrierten GPS-Chip aktiviert.

Dank eingebautem GPS vereint das Nokia N95 ein portables Navigationsgerät mit einem Handy. Zusätzlich dient es als MP3-Player, PDA und Foto- sowie Videokamera. Ob das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, zeigt der Test.

Zum Test des Nokia N95

Dies alles sind nur die ersten Anzeichen für einen Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist. Im Gegensatz zum mobilen Fernsehen, das eine Zeit lang als der nächste große Hype gefeiert wurde, ist die Technik der Navigation per Handy schon ausgereift. Natürlich kann und muss sie noch verbessert werden: Speziell im Vergleich zu reinen Navigationsgeräten weist sie Schwächen auf. So berichtet Mobilewhack, dass CSR, ein Hersteller von Bluetooth-Chips, die Integration von GPS-Funktionalität auf dem Bluetooth-Chip plane. Das dürfte der Verbreitung von GPS-Handys zuträglich sein, denn damit sparen die Hersteller von Mobiltelefonen Platz in den Geräten und können auch den Stromverbrauch verringen.

Aber nicht alle haben die Zeichen der Zeit erkannt. Während der in Deutschland unbekannte finnische Funk- und GPS-Technologie-Anbieter Benefon hier zu Lande das GPS-Handy Twig Discovery ankündigt, warten die drei großen Vertreter der Branche noch auf den Startschuss: LG Electronics, Samsung und Sony Ericsson haben keine Mobiltelefone mit integrierter GPS-Funktionalität im Sortiment. Nach Angaben der Presseagenturen der drei Hersteller ist auch in naher Zukunft kein Navigations-Handy geplant. Man könne aber, wenn der Markt es verlangt, sehr schnell mit einem neuen Produkt auf den Zug aufspringen. Sony Ericsson will es handhaben wie bei den UMTS-Handys – die Technologie vorbereiten und erst, wenn der Markt reif ist, Handys produzieren sowie verkaufen.

Themenseiten: GPS, Mobil, Mobile

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