Fit für den Auslandseinsatz: Schulungen verhindern Missverständnisse

Internationale Projektteams oder Auslandseinsätze sind in vielen IT-Unternehmen mittlerweile Alltag. Doch Missverständnisse in der Kommunikation gefährden häufig den Geschäftserfolg. Interkulturelle Kompetenz mindert Reibungsverluste.

Andere Länder haben nicht nur andere Sitten, sondern auch andere Wertvorstellungen oder Kommunikations- und Führungsstile – der Raum für Missverständnisse ist groß. Dies gilt vor allem, wenn Europäer in Länder des asiatischen Kulturkreises geschickt werden. Zum Beispiel Guido Stephan, der drei Jahre für die Siemens-Sparte A&D (Automation and Drives) in Peking als General Manager für das OEM-Geschäft (Original Equipment Manufacturer) zuständig war. Der studierte Maschinenbauer kümmerte sich um den Vertrieb von speziellen Anlagen beziehungsweise Maschinen für die Automatisierungstechnik. Seit wenigen Wochen ist Guido Stephan für Siemens in Italien tätig.

„Mir fiel es auch nach drei Jahren noch schwer, zu erkennen, was meine chinesischen Kollegen genau meinen, da man nie eine direkte Antwort erhält, speziell wenn es um eine negative Antwort geht. Sie sagen zwar Yes, ich weiß aber nicht, ob sie damit I understood oder I agree meinen. Man weiß oft nicht genau, woran man ist. Möglicherweise haben sie aber auch überhaupt nichts verstanden. Ein chinesischer Kollege wird niemals das Wort No verwenden“, so Guido Stephan, der mit 33 Jahren nach Peking wechselte.

„Die Fähigkeit, Ambiguität auszuhalten, sprich mit Unklarheiten in der Kommunikation klarzukommen und nicht genau zu wissen, was der Gesprächspartner eigentlich meint, ist ein wesentliches Element interkultureller Kompetenz“, sagt auch Cornelius Görres, Cross-Cultural-Trainer bei der Management-Akademie München International (MAM-I) und Inhaber von Culture Options – Interkulturelle Beratung. Weitere Komponenten sind für ihn Empathie sowie die Fähigkeiten, Konflikte als interkulturelle Konflikte zu erkennen und zu lösen sowie sich in internationalen Teams auf Kommunikationspartner mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund einzustellen.

„Es geht also auch um soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Toleranz, Offenheit oder Neugierde. Nur werden diese Fähigkeiten im interkulturellen Umfeld ungleich wichtiger, da es viel schwieriger ist, sie anzuwenden und auszuüben“, so Görres. Etwas grundsätzlicher definiert Brigitte Geldermann den Begriff, Leiterin des Projektbereichs Weiterbildung beim Forschungsinstitut Berufliche Bildung (f-bb): „Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, im Umgang mit Menschen anderer Kulturen effektiv kommunizieren und handeln zu können.“

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