Forscher basteln an Langstrecken-WLAN

Günstiger Aufbau von Telekom-Infrastruktur in Entwicklungsländern anvisiert

Wissenschaftler an der Universität Berkeley haben in Zusammenarbeit mit Technikern des Halbleiterunternehmens Intel ein System entwickelt, um WLAN-Signale über eine Strecke von bis zu 100 Kilometern zu übertragen. Große, infrastrukturell unerschlossene Distanzen können damit überbrückt und entlegene Regionen mit Internetzugang versorgt werden. Um dies zu realisieren, modifizierten die Ingenieure WLAN-Hardware, die üblicherweise zur Signalübertragung von einigen Metern genutzt wird.

Um die Technik zu demonstrieren, stellten die Forscher eine Funk-Verbindung zwischen den Research Labs in der Innenstadt Berkeleys und der Universität her, die 2,5 Kilometer entfernt und 365 Meter höher liegt. Das verwendete Equipment bestand aus einer Richtantenne und einem leicht modifizierten, jedoch handelsüblichen WLAN-Router. „Wir haben eigentlich nur die Software adaptiert“, sagt Eric Brewer, Direktor des Intel Research Labs in Berkeley.

Das System ist allerdings nicht für die USA oder Europa bestimmt, sondern ein Teil von Intels Bemühungen, Computertechnologien in Entwicklungsländer zu verbreiten. Neben der Ausstattung von Schulen mit erschwinglichen Computern steht auch die Versorgung infrastrukturell unterentwickelter Gebiete mit Internetzugang auf der Agenda. Die Kommunikationsinfrastruktur in diesen Ländern ist zum Teil sehr dürftig und für Telekomunternehmen lohnt es sich nicht, in diesen Regionen Investitionen zu tätigen.

Die reichweitenstarken WLAN-Antennen könnten sich als wichtiges Glied in dieser Kette erweisen, sagt Brewer. Einzelne Dörfer könnten somit an die Telekommunikation angeschlossen und sowohl Daten- als auch Sprachübertragung ermöglicht werden. Im weitesten Sinn erfüllt Intels neue WLAN-Technologie dieselben Funktionen wie Wimax. Diese Funktechnologie stellt ebenfalls Breitbandinternet über eine große Distanz zur Verfügung. Der Unterschied zwischen beiden Techniken ist, dass die Wimax-Hardware zwischen 15.000 und 20.000 Dollar kostet, während das Equipment für Intels Long-Range-WLAN mit lediglich 700 bis 800 Dollar zu Buche schlägt. Ein weiterer Vorteil von WLAN ist, dass die Signale in einem lizenzfreien Frequenzband gesendet werden. Die Wimax-Frequenzen hingegen unterliegen in den meisten Ländern der Regulierung durch staatliche Behörden. Dies würde die Verbreitung bremsen, meint Brewer.

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