Browser-Plugin ermöglicht Youtube für Blinde

IBM-Tool hilft bei Steuerung von Multimedia-Inhalten

Ein neues Add-On für Firefox und Internet Explorer liest Metadaten von Videos vor und bietet feste Tastaturkürzel für Mediaplayer. Das Utility will IBM zur Open-Source-Software machen und auf der Konferenz „Technology & Persons with Disabilities“ in Los Angeles vorstellen. Es soll mit dem Microsoft Internet Explorer sowie mit Mozilla Firefox funktionieren und mit jedem Dateityp, der in eine Website eingebettet ist, zurechtkommen – auch mit Adobe-Flash– und Windows-Media-Dateien.

„Nur, weil jemand blind ist, muss das nicht heißen, dass er oder sie nicht Spaß mit Youtube, Myspace oder ähnlichen Sites haben soll,“ sagt Frances West, Director of World Wide Accessibility Center bei IBM. Da es so viele Audio-Dateien im Web gebe, scheine es eine ideale Einrichtung für Menschen mit Sehbehinderungen. Das ist das Internet laut West aber nicht. Vorlese-Programme und sprechende Browser seien hauptsächlich dafür gemacht, Text in Sprache umzuwandeln. Sie müssten seiner Ansicht nach erst an eine vollständige Multimedia-Unterstützung angepasst werden.

Ein Beispiel: Zum Starten vieler Audio- oder Video-Streams müssten die Anwender mit ihrer Maus einen „Play“-Schalter drücken. Die Schalter würden dabei häufig eher zufällig auf dem Bildschirm platziert, üblicherweise gebe es dafür auch kein alternatives Tastaturkürzel. In den Fällen, in denen der Audio- oder Videostream automatisch beim Laden der Seite startet, komme der Ton oft mit den Audiohilfen des Anwenders in Konflikt.

Das vom IBM-Forschungslabor in Tokio entwickelte Tool soll vordefinierte Tastaturkürzel zur Kontrolle von Multimedia-Playern haben, die auf jeder Website funktionieren. Neben Funktionen wie „Play“, „Vor“ oder „Zurück“ steuern die Anwender mit ihm auch die Lautstärke und die Wiedergabegeschwindigkeit. Das Tool soll auch Metadaten lesen, soweit sie vom Urheber des Videos mitgeliefert werden. Es bietet dann eine Nacherzählung, die beschreibt, was in dem Video geschieht.

Der Anwender kann laut West über dieselben Funktionen wie bei Filmen für Hörgeschädigte verfügen. Neben dem Originalton stehe die Erzählung zur Verfügung. „Ich glaube, das ist eine der vielen Fortschritte, die auf diesem Gebiet kommen werden. Sie bringen aber nicht nur etwas für Menschen mit Behinderungen. In den Vereinigten Staaten gibt es rund 76 Millionen alternde Babyboomer, deren Augen und Gehör nachlassen. Wir glauben, dass Software diese Anwender in Zukunft berücksichtigen sollte.“

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