Startup bietet passgenaue Klamotten aus dem Web

"Konzept ist seiner Zeit voraus"

Passgenaue Kleidung ohne Anprobe liefert das US-Internetunternehmen Myshape frei Haus. Nachdem man auf der Website des Onlineshops einen über zehnminütigen Fragebogen zu Maßgröße und Stil ausgefüllt hat, verschickt Myshape per E-Mail an individuellen Geschmack und die Körpergröße angepasste Angebote.

In fünf Monaten haben laut dem Startup bereits 20.000 Frauen ihre Maße und Stilvorlieben bei Myshape registrieren lassen. Die Preise liegen allerdings über dem Durchschnitt von Offline-Boutiquen. Sucharita Mulpuru, Analystin bei Forrester Research, glaubt, dass sich Myshape in der jetzigen Form nicht durchsetzen werde. „Sie sind wahrscheinlich ihrer Zeit etwas voraus“, sagte Mulpuru der „New York Times“.
Um die Masse anzusprechen, müsste Myshape in Kaufhäusern oder auf Einkaufsstraßen Körperscans anbieten, um die langwierige Prozedur des Online-Fragebogens zu umgehen, empfiehlt Mulpuru.

Mit Intellifit startet diesen Donnerstag in den USA ein ähnliches Angebot, vorerst nur für Männer. „Weil Hersteller von Männerbekleidung die Mode seltener wechseln“, begründet Gründer Albert Charpentier die vorläufige Beschränkung. Intellifit stellt in den nächsten drei Monaten Körper-Scanner auf den Flughäfen in Philadephia, Newark und Baltimore/Washington auf.

Beide Anbieter streben eine Partnerschaft an. So könnte Intellifit mit Hilfe von Myshape den Markt für Frauenbekleidung erschließen, während Myshape als Gegenleistung die Zahl der Kunden mit Angaben zu Körpermaßen erhöhen könnte. Modedesigner sind mit dem Konzept von Myshape zufrieden. „Ich denke dass es vielversprechend ist, insbesondere für die Generation, die mit einem Computer aufwächst“, sagt Randa Allen, Vorsitzende des in Los Angeles ansässigen Designerlabels Notice.

Der Online-Markt für Bekleidung ist noch ausbaufähig. 9,6 Milliarden Dollar ließen die US-Verbraucher 2006 in Online-Kleidershops. Nur fünf Prozent der gesamten Bekleidung wird online gekauft. 30 Prozent der dort erworbenen Klamotten werden allerdings wieder storniert. In Deutschland gaben die Verbraucher 2,8 Milliarden Euro in Online-Boutiquen aus. Mode gehöre zu den umsatzstärksten Produktkategorien im Internet, heißt es aus dem Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Solche Online-Angebote gibt es derzeit allerdings nicht in Deutschland“, sagt Stefanie Engel, Sprecherin des Verbandes.

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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