GEZ-Gebührenregelung verwirrt PC-Nutzer

Internetfähige Handys und PDAs sind auch abgabepflichtig

Die seit 1. Januar 2007 in Kraft getretenen GEZ-Gebühren auf internetfähige PCs oder Handys sorgen dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zufolge für Verwirrung unter den Nutzern. Alle PC-Nutzer sowie Personen, die internetfähige Handys und PDAs verwenden, werden automatisch zu Kunden der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), da via Internet der Empfang von Radio- und Fernsehsignalen theoretisch möglich ist.

Vor allem Selbstständigen und Freiberuflern bereitet die neue Regelung Sorgen, da die GEZ streng zwischen Wohn- und Bürobereich unterscheidet. Ein angemeldeter Fernseher im Wohnzimmer entbindet nicht von der PC-Gebühr im Heim-Büro. Auch Unternehmen müssen für Internet-PCs und neuartige Empfangsgeräte zahlen. Die Abgabe wird nicht pro Rechner fällig, sondern pro Filiale.

„Wegen der unübersichtlichen Gebührenstruktur ist vielen noch nicht klar, ob sie betroffen sind“, sagte Thomas Mosch, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Handys und Laptops sollten einem Betriebsgrundstück genau zugeordnet und in einem Inventarverzeichnis eingetragen werden. Nur dann seien die Geräte von einer separaten Gebühr befreit.

Im privaten Bereich ist die Gebührenpflicht entschärft. Wer bereits für ein gemeldetes Radio oder Fernsehgerät zahlt, ist von der neuen Monatsgebühr von 5,52 Euro für den internetfähigen Computer entbunden. Allerdings kann Privatpersonen der Besitz von Empfangsgeräten auch nur schwer nachgewiesen werden. Da die GEZ keine Behörde, sondern ein Dienstleister der Rundfunkanstalten ARD und ZDF ist, kann sie keine Privatpersonen zur Auskunft über den Besitz eines Computers zwingen. Wer eine Homepage betreibt, sollte dennoch aufpassen, da hier der Verdacht naheliegt, dass ein privater Internet-PC genutzt wird.

Für das Jahr 2008 ist eine vollständige Reform der Rundfunkfinanzierung geplant. Ziel ist der Abbau von Bürokratie und die Vereinfachung der GEZ-Regeln. Der Bitkom fordert gemeinsam mit der Hightech-Branche in diesem Zusammenhang eine einheitliche und niedrige Rundfunkabgabe für Haushalte und Unternehmen. „Dann müsste man nicht ständig die Regeln ändern, wenn neue Geräte auf den Markt kommen“, sagte Mosch.

Themenseiten: Bitkom, Telekommunikation

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8 Kommentare zu GEZ-Gebührenregelung verwirrt PC-Nutzer

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  • Am 21. Februar 2007 um 18:14 von Major-X

    GEZ
    Für mich ist die GEZ die größte zugelassene Abzocke überhaupt. Die kassieren Gebühren für´s Nix-Tun.
    Und die Aussage mit der "rein theoretischen Empfangsmöglichkeit" ist sowieso die größte Frechheit.
    Bitte was bringt mir die GEZ denn? ARD, ZDF und B3? Die schau ich eh nicht an wegen Dauerschrott-Sendungen.

    • Am 21. Februar 2007 um 19:01 von Holm

      AW: GEZ
      Nur gut das auf den Werbeverseuchten (Auch das muss durch alle bezahlt werden) Sendern RTL, Sat1 usw. ein Programm für Geistig anspruchsvolle gesendet wird.

    • Am 21. Februar 2007 um 19:50 von Major-X

      AW: AW: GEZ
      Ich habe ja nicht behauptet dass die anderen Sender besser wären. Aber die GEZ erhebt Gebühren für die öffentlich Rechtlichen Sender. Und eigentlich nur deshalb weil dort keine Werbeeinnahmen sein sollten. Erst kam dann Werbung zwischen den Filmen und nun so viel Werbung wie bei den anderen Sendern.
      Und sorry auch wenn das keiner verstehen sollte, dafür bin ich eigentlich nicht bereit zu zahlen.
      Die Schweinerei ist ja auch wenn ich einen Pay-TV Anbieter hätte und nur diesen nutzen würde, dann müsste ich immer noch GEZ bezahlen. Rein aus "Theoretischer Möglichkeit vom Empfang"

    • Am 21. Februar 2007 um 21:02 von Dave M.

      AW: AW: GEZ
      Na toll!

      Was hat Fernsehen mit geistigem Anspruch zu tun? Und erstecht dafür solche Gebühren zu verlangen?
      Warum schaffen es denn die privaten wesentlich mehr Umsatz zu machen, als die von der GEZ "geförderten" *hust* Sender? Ganz einfach: Weil sie mehr Spaß machen und _unterhalten_. Denn nix anderen sollte doch Fernsehen nicht sein. Da da immer wieder welche kommen und nach geistigem Anspruch kommen, kann ich einfach nicht verstehen. (Als ob ARD und Co. dies erfüllen) Dann sollte man lieber nen Buch lesen oder sich nen Lehrfilm oder sowas ausleihen.
      *ich lach mich schlapp*

    • Am 21. Februar 2007 um 21:23 von Jens

      AW: GEZ
      Ich muss Dir größten Teils einfach recht geben.

      GEZ ist Abzocke: JA. Logisch ist es Abzocke. Ich kann es nicht abbestellen oder zur Konkurenz wechseln… Man könnte sogar sagen, es hat etwas von einem Kartell. Und es ist meiner Meinung nach Wettbewerbswidrig.

      Dauerschrottsendung: Jaein. Die Dokus sollen ganz interessant sein. Hin und wieder läuft auch tatsächlich ein vernünftiger Film. Und Werbung gibt es wirklich selten.
      Außerdem gibt es ja noch ältere Menschen, die wahrscheinlich bei Horror- und Aktionfilmen n Herzkasper kriegen.

      Nicht, dass Ihr mich falsch versteht:
      Ich gucke von allen "GEZ-Sendern" zusammen maximal 4 Sendungen pro JAHR!!! Bezahlen tue ich 12 x 17,53 € pro Jahr!

      Wenn es freiwillig wäre, würde mann es Luxus oder Bescheuert nennen.

  • Am 22. Februar 2007 um 8:36 von Horst

    GEZ VERWIRRUNG
    Verwirrt sind wohl alle auch die Abzocker der GEZ. Die Nutzter werden wohl Blankoschecks ausstellen müssen.Also ich dachte wir gehören zu Europa also müssten; wenn die Programme alle (Theoretisch)Empfangen können doch auch alle Zahlen:Italiener, Portugiesen, Spanier usw.Die Würden sich bestimmt bedanken.Alle müssen sich mit Konkurrents herumschlagen nur bei den Öffentlich Rechtlichen (Was immer Recht bei diesen Leuten Heist)ist immer Zahltag.Man kann wohl nur Gemeinschaftlich vorgehen.

  • Am 22. Februar 2007 um 15:24 von Jumbo

    Eure Antworten gehen am Thema vorbei !
    Es geht doch nicht um den Inhalt, sondern um die Abzocke wg "Theoretischer Empfangsmoeglichkeit" bei PDA und PC. Obwohl ich – privat, also nicht zusaetzlich abzockepflichtig – 2 PCs besitze, habe ich Besseres zu tun, als damit Minikino zu schauen. Wozu hab ich einen Fernseher ?

    Und in den meisten Firmen ist das private Fernsehgucken und auch Musik streamen eh verboten. Um uns TV oder Videos offiziell oder in der Mittagspause anzuschauen, haben wir eine komplette videokonferenztaugliche Ausruestung im Konferenzraum. TV auf Einzel-PCs gibt es da nicht. Wenn die Admins Dauerstreams entdecken sollten, kann es Aerger geben.

    Aber dafuer soll trotzdem gezahlt werden !

    Darum gehts !

  • Am 22. Februar 2007 um 21:46 von Mike Ucker

    Faktisch muss kein Unternehmen zahlen (nicht Unternehmer)
    Warum?
    Es gibt sicher in jedem Unternehmen ein KFZ – und sicher wird auch in mindestens einem KFZ Radio drin sein.
    Dafür sollte eigentlich GEZ-Radio-Gebühr bezahlt werden.
    Und damit ist die Anzahl der PCs wurscht. -Einmal gezahlt und gut.

    Blöd dran sind die Freiberufler u.ä. Und da stellt sich dann schon die Frage, ob das richtig ist.

    Dabei wäre es doch einfach zu lösen:

    Übers Internet kann nur der streamen der einen gültigen GEZ-Account besitzt. Damit anloggen und fertig.
    Aber da ist dann die Angst wegen dem Einstieg in ein Abo-TV – denn nichts anderes wäre das ja.

    Obwohl: Ich würde alleine für die Tagesschau, Heute, Monitor, Scheibenwische usw. gerne die paar Euros zahlen. Wenigensten bin ich dann am Abend vor Blöd-Werbung geschützt…

    Und nun dürft ihr auf mich drauf hauen…

    Mike

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