Software-Tool bringt Autozulieferer den Herstellern näher

Der Datenabgleich zwischen Herstellern und Zulieferern in der Automobilindustrie ist keine einfache Sache. Ein vom Bitkom prämiertes Tool soll die Einbahnstraßenkommunikation öffnen und manuelle Nacharbeit vermeiden helfen.

Das Verhältnis zwischen Hersteller und Zulieferer in der Automobilindustrie ähnelt einer Hassliebe: Keiner kann auf den anderen verzichten. IT-Dienstleistern wie Ipoint aus Reutlingen fällt die komplexe Aufgabe zu, die Kommunikation – und damit das Verhältnis zwischen den Partnern – zu intensivieren. In der Kategorie „Unternehmensübergreifendes E-Business“ gewann das Unternehmen vor kurzem mit seiner Lösung „Automotive Agent“ den vom Bitkom verliehenen Deutschen Internetpreis. Der Agent unterstützt Zulieferer der Automobil-Industrie, indem er selbständig Daten mit den Automobilherstellern abgleicht.

„Viele Hersteller machen es sich denkbar einfach und verpflichten ihre Zulieferer, alle Informationen selbst zusammenzusuchen oder Daten rechtzeitig im passenden Format zu liefern“ sagt Jörg Walden, Geschäftsführer bei der Ipoint. Nur wer regelmäßig und zuverlässig die Portale der Hersteller besuche, bekomme auch eine positive Lieferanten-Bewertung.

Infolgedessen gerät die Abfrage von Informationen für den Zulieferer zur Sisyphusarbeit: „Eine Aufgabe, für die verantwortliche Mitarbeiter meist mehrere Stunden pro Woche benötigen, gerade weil sich die Portale hinsichtlich Struktur, Navigation und Funktionsumfang stark voneinander unterscheiden und oftmals ändern“, sagt Walden.

Kommunikationsplattformen wie Supplyon oder Covisint reduzierten zwar die Vielfalt der notwendigen Web-Adressen und Zugangsdaten und brächten zahlreiche Anwendungen unter einem Dach zusammen. Die einzelnen Anwendungen seien aber trotzdem so heterogen wie zuvor, kritisierte der Geschäftsführer: „Da sie jeder Hersteller unterschiedlich handhabt, ist eine Automatisierung der Datenübertragung oder Vereinheitlichung der Prozessabläufe nicht vorgesehen.“

Abhilfe könnten branchenweite Standards schaffen. Doch kocht jeder Hersteller (OEM) nach wie vor sein eigenes Süppchen, was erhebliche Personalressourcen für das Monitoring der Portale erforderlich macht. Zudem ist die Arbeit mit dem Überwachen allein nicht getan: Sind die Daten abgerufen, müssen sie oftmals in Handarbeit in die eigenen Systeme eingegeben werden. Der von Ipoint entwickelte Software-Agent hingegen durchforstet die Portale der Hersteller automatisch nach relevanten Informationen.

Themenseiten: IT-Business, Peripherie, Strategien

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