Tiscali: Rückzug aus Deutschland fast perfekt

Ecotel kauft Geschäftskundensparte für 18,5 Millionen Euro

Der Rückzug des italienischen Internet-Service-Providers Tiscali aus Deutschland ist nahezu perfekt. Nachdem Tiscali in der Vorwoche seine Privatkundensparte für 30 Millionen Euro an den Rivalen Freenet verkauft hatte, trennt sich das Unternehmen nun vom Geschäftskundenbereich. Zugegriffen hat der virtuelle Telekombetreiber Ecotel Communication, der für Tiscali Nacamar, in das der bislang von Tiscali Deutschland betriebene B2B-Bereich eingebracht wurde, 18,5 Millionen Euro auf den Tisch legt.

Die Akquisition soll innerhalb der kommenden vier Wochen über die Bühne gehen. „Mit dem Erwerb von Tiscali Nacamar setzen wir unsere profitable Wachstumsstrategie im Zielsegment Geschäftskunden weiter fort. Wir gewinnen erheblich an Marktpräsenz sowie Know-how im Bereich der professionellen Internet- und Datendienste“, sagt Ecotel-Chef Peter Zils. Nach der Übernahme rechnet Ecotel für das laufende Geschäftsjahr mit einem konsolidierten Umsatz von mehr als 100 Millionen sowie einem EBIT von zehn Millionen Euro.

Angesichts des künftigen Wachstumspotenzials halten Analysten den Kaufpreis für günstig. „Mit dem Zukauf erhält Ecotel Zugang zum Großkundensegment und zu neuen Services im Internet- und Datenbereich“, sagt SES-Research-Analyst Jochen Reichert. Tiscali Nacamar verfügt über mehr als 1200 Geschäftskunden mit über 17.000 Nutzern sowie über ein eigenes deutschlandweites Backbone-Netz und ein Rechenzentrum. Zu den Kunden gehören etwa Versicherungskonzerne, Banken sowie Radio- und Fernsehsender. 2006 hat die ehemalige Tiscali-Geschäftskundensparte einen Umsatz von mehr als 21 Millionen und ein EBITDA von drei Millionen Euro erwirtschaftet.

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