Startup bringt Suchdienst für gestohlene Identitäten

Experten warnen vor einem Missbrauch

Das Startup-Unternehmen Trusted ID hat am Dienstag den Suchdienst Stolen ID Search vorgestellt. Es handelt sich um eine Datenbank, die über zwei Millionen Kreditkartennummern und Sozialversicherungsnummern enthält, die aus kriminellen Quellen im Internet stammen.

„Stolen ID Search bietet jedem die Möglichkeit, herauszufinden, ob seine Kreditkartendaten oder Sozialversicherungsnummer kompromittiert worden sind“, sagte Scott Mitic, Chief Executive von Trusted ID in einem Interview. „Bisher kann man dies erst ermitteln, wenn die Daten tatsächlich missbraucht werden.“ Für die Nutzung des Dienstes muss man dem zwei Jahre alten Unternehmen sein volles Vertrauen schenken und die vollständige Kreditkartennummer oder Versicherungsnummer in ein Webformular eingeben.

Stolen ID Search wird deshalb nicht von jedem begeistert aufgenommen. „Sie können ein schlimmes Problem noch verschlechtern, wenn sie Daten an jeden Anfragenden weitergeben, ohne nach dessen Identität zu fragen“, sagte die Gartner-Analystin Avivah Litan. Der Suchdienst „könnte kriminelle Aktivitäten verstärken“, sagte auch James van Dyke, President von Javelin Strategy & Research.

Trusted ID fordert Internetnutzer auf, gefundene Daten an die Search-ID-Datenbank zu melden. Der Antispyware-Spezialist Sunbelt Software stellt der Datenbank bereits gewonnene Daten zur Verfügung. Trusted ID will damit auch seine kostenpflichtigen Dienste bewerben. Für eine Jahresgebühr von 90 Dollar bekommt man eine automatische Missbrauchsmeldung, oder Theft ID beantragt auf Wunsch direkt eine Kreditkartensperrung für den Kunden.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl, Datenschutz

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1 Kommentar zu Startup bringt Suchdienst für gestohlene Identitäten

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  • Am 25. Januar 2007 um 15:58 von Rodger Flemming

    Gefährlich
    Allerdings halte ich so einen Dienst für gefährlich !
    Auf der einen Seite sollten die Endnutzer besser gewarnt werden, auf der anderen Seite fehlt es an härteren Gesetzen für Websitenhoster/Provider !

    Dieser " Dienst " ist meines erachtens nach ausserdem völlig überflüssig. Es reicht sich über die Risiken des e-commerce schlau zu machen und regelmässig die extra dafür genutzte Pre-paid-Karte zu kontrollieren.
    Noch sicherer ist es den Maketingstrategien der Firmen nicht zu glauben die behaupten im Internet koste alles weniger, dort gäbe es Schnäppchen, Onlinebanking wäre sicher und in ebay könne man als Verkaufsagent von Ware die man nicht hat, Geld verdienen.

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