Urheberrechtsklage gegen Mitschneiden von Digitalradio zugelassen

Aufzeichnungen von digitalem Satellitenradio sind nicht vom Gesetz gedeckt

Die New Yorker Bezirksrichterin Diane Batts hat am Freitag eine Zivilklage von Musikfirmen wie Atlantic Records und Capital Records gegen XM Radio zugelassen. XM Radio ist ein Anbieter von digitalem Satellitenradio. Nach Ansicht der Musikindustrie verletzt die von XM Radio angebotene Möglichkeit, die Musik im MP3-Format abzuspeichern, das Urheberrecht.

XM Radio argumentiert, dass das Mitschneiden von Radiosendungen über den Audio Home Recording Act (AHRA) von 1992 abgedeckt sei. Die Richterin schloss sich dieser Ansicht nicht an, da die Übertragung digital erfolgt. Nach Angaben der Musikindustrie können die Kunden des Satellitenradios eine Musikbibliothek durchsuchen und in kürzester Zeit Hunderte von Liedern aufnehmen.

„Wir freuen uns, dass das Gericht den Missbrauch des AHRA als legales Schlupfloch verweigert hat“, erklärte die Recording Industry Association of America (RIAA). „Das Gesetz war nie dazu gedacht, den Vertrieb von Musik ohne die Zahlung von Abgaben an die Rechteinhaber zu decken.“ XM Radio hat mit einem Statement auf die Entscheidung des Gerichtes reagiert. Darin heißt es: „Jetzt wird ein Gerichtsurteil benötigt, um die falsche Argumentation der Kläger zu widerlegen. Die Fakten unterstützen unsere Auslegung des Audio Home Recording Act. Wir werden unsere Position gerne dem Gericht vortragen.“

Auch amerikanische Politiker haben die Diskussion über die Nutzung digitaler Radioangebote aufgegriffen. Eine Gruppe von Senatoren brachte einen Gesetzentwurf ein, der Anbieter von Satelliten- und Internetradio dazu verpflichten soll, das Aufzeichnen und Wiedergeben einzelner Songs technisch zu unterbinden. Gegner dieses Gesetzes sind Verbraucherschützer und die Elektronikindustrie. Ihrer Ansicht nach geht dieses Gesetz zu weit und beschneidet die privaten Nutzungsrechte des Zuhörers.

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5 Kommentare zu Urheberrechtsklage gegen Mitschneiden von Digitalradio zugelassen

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  • Am 22. Januar 2007 um 15:27 von Paul

    Musikindustrie will uns digital betrügen
    Wir zahlen jetzt in Deutschland auch für unsere InternetPC’s GEZ. Damit sollte gewährleistet sein, das ich wie beim Radio privat mitschneiden kann. Falls digitale Mitschnitte nicht mehr erlaubt sind würde Europa ja irgendwann zur Wüste in Sachen Mitschnitt, da ja alle Radio-und TVsender auf digital umgestellt werden.
    Sollte diese Klage erfolg haben so werden wir klamheimlich um dieses Recht gebracht, nur weil wir zwingend von analog auf digital umgestellt werden.
    Klingt nach Betrug, von langer Hand vorbereitet.

    • Am 22. Januar 2007 um 22:14 von egal

      AW: Musikindustrie will uns digital betrügen
      Bitte nicht GEZ mit GEMA verwechseln !

    • Am 23. Januar 2007 um 16:16 von NN

      AW: AW: Musikindustrie will uns digital betrügen
      Und nicht Betrug mit Besch…. verwechseln ;-((

  • Am 23. Januar 2007 um 8:19 von None

    Musikindustrie
    Moin,

    die Musikindustrie wird irgendwann aufwachen und merken, dass keiner mehr ihre Produkte kauft. Dann wird der Markt entschieden haben, dass er sich nicht so stark regulieren lässt …

    Warum kein einfaches Abrechnungsmodell mit günstigen Preisen ? Dann ´wäre die ganze Diskussion um das Kopieren überflüssig …

    Und für die, welche der Meinung sind, dass 0,99 € oder weniger für einen Song zu teuer sind, würde keinen so großen Aufwand treiben.

    Ich kaufe regelmäßig bei Itunes interessante Musik ein. Monatlich durchschnittlich 2,- € Kosten. Macht jährlich ca. 24,- €. Das habe ich früher für zwei CDs ausgegeben !

    Gruß,

    None

  • Am 9. Oktober 2007 um 14:36 von starfield

    back to the roots
    War ja zu erwarten, daß man jetzt auch noch auf das Internetradio los geht.
    Nur deswegen werden die Verkaufszahlen auch nicht besser, wenn man schlechte Produkte anbietet.
    Packt Eure Musikinstrumente aus und macht selber Musik, aber vielleicht wird das in Zukunft ja auch noch verboten.

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