Open-Source-Programmierer verlässt Novell wegen Microsoft-Deal

Jeremy Allison wechselt zu Google

Jeremy Allison, ein angesehener Open-Source-Programmierer für das Samba-Projekt, hat seinen Weggang von Novell bekannt gegeben. In seinem Kündigungsschreiben erklärte Allison, dass die Zusammenarbeit mit Microsoft das Verhältnis zwischen Novell und der Open-Source-Gemeinde belaste. Bei Google wird er seine Arbeit am von ihm mit ins Leben gerufenen Samba-Projekt fortsetzen.

„Solange die Patentvereinbarung mit Microsoft in Kraft ist, können wir nichts für das Verhältnis zur Open-Source-Gemeinde tun. Bis zum Widerruf der Vereinbarung sind wir Ausgestoßene“, schrieb Allison in seinem Brief und zitierte damit ein früheres Schreiben an das Management von Novell. Groklaw, eine Webseite zur Überwachung von Rechtsangelegenheiten im Open-Source-Bereich, hatte das Kündigungsschreiben am Donnerstag veröffentlicht. Allison bestätigte die Echtheit des Briefes, der an einen internen Briefverteiler verschickt worden war.

Novell-Sprecher Bruce Lowry verzichtete auf jeglichen Kommentar zu Allisons Ausführungen und erklärte lediglich, dass das Unternehmen noch zwei weitere Samba-Programmierer beschäftigte. „Wir wünschen ihm alles Gute“, so Lowry.

Mit Hubert Mantel hatte Novell kürzlich eine andere Open-Source-Größe wieder eingestellt. „Ich kann verstehen, dass viele Menschen Novells Zusammenarbeit mit dem ‚bösen Imperium‘ nicht mögen“, verteidigte Mantel den Deal mit Microsoft in einem Interview. „Ich mag diese Sichtweise nicht. Wir arbeiten nicht gegeneinander, wir arbeiten für Linux. Fundamentalismus bringt nur Ärger. Ich glaube, dass die Zusammenarbeit vor allem für die Nutzer Vorteile bringt.“

Themenseiten: Novell, Open Source, Software

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1 Kommentar zu Open-Source-Programmierer verlässt Novell wegen Microsoft-Deal

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  • Am 24. Dezember 2006 um 23:14 von unreal

    Fundamentalismus
    Der Vorwurf des Fundamentalismus ist absolut lächerlich und wird gerne mal so als Rundumschlag verwendet.

    Es geht hier nicht um Microsoft (man kann genauso gut jede ander Firma einsetzten), sondern um den Deal an sich. Denn dieser Deal wurde zwar rechtlich an die GPL angepasst, verstößt aber gegen deren Intention.

    Es wird hier versucht andere rechtliche Rahmen- bzw. Nutzungsbedingungen für die eigene Distribution herauszuschlagen (ob diese rechtlich überhaupt gültig bzw. relevant sind sei einmal dahingestellt). Diese Bevorzugung einer bestimmten Gruppe an Entwickler bzw. Nutzer steht jedoch im Widerspruch zum Ursprungsgedanken der GPL.

    Auch wenn die OpenSource Community sehr verschiedene Ansichten gegenüber vielen Themen hat, so könnte eine derartiger Deal ein unerwartet starkes Echo bei Entwicklern und Kunden auslösen. PR-Kampangnen werden eine derartige Problematik auf lange Sicht nicht lösen können. :(

    mfg
    unreal

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