AMD: ATI-Deal bringt mehr als erwartet

Chipabsatz soll 2007 um 20 Prozent steigen

Der milliardenschwere ATI-Deal könnte dem kalifornischen Chipriesen AMD weit mehr Einsparungen einbringen als zunächst erwartet. Das verriet AMD-Finanzchef Robert Rivet bei einem Analystentreffen in New York. Die AMD-Aktie vollzog daraufhin einen wahren Freudensprung. Der Aktienkurs kletterte am Donnerstagnachmittag um 13 Prozent auf 22,71 Dollar, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ). AMD rechnet dank der Synergieeffekte nun mit Kosteneinsparungen von 150 Millionen Dollar im kommenden Jahr und 220 Millionen Dollar für 2008. Zuvor war der Chipriese von 75 Millionen beziehungsweise 125 Millionen Dollar ausgegangen.

Die 5,4 Milliarden Dollar schwere Übernahme, die am 25. Oktober für beendet erklärt wurde, hatte unter den Börsianern für Stirnrunzeln gesorgt. Während AMD zuvor durch die Abspaltung seines Speichergeschäfts profitabel geworden war und mit einer Reihe von neuen Produkten Boden auf Branchenprimus Intel gut gemacht hatte, kann ATI aufgrund der harten Konkurrenz von Nvidia im Grafikbereich mit weniger guten Zahlen aufwarten.

Für das laufende Schlussquartal rechnet Rivet dann bei ATI auch mit roten Zahlen. Allerdings soll die operative Marge des Gesamtkonzerns im kommenden Jahr auf 50 Prozent steigen. Langfristig wird eine Marge von bis zu 56 Prozent erwartet. Der ATI-Deal werde ab 2008 den AMD-Nettogewinn erheblich ankurbeln, zitiert das WSJ den Finanzchef.

Darüber hinaus hat sich AMD auch beim Chipabsatz ehrgeizige Ziele gesteckt. Die Verkäufe von Mikroprozessoren sollen um 20 Prozent anziehen. Damit würde AMD doppelt so schnell wie der Markt zulegen und dem Rivalen Intel näher auf die Fersen rücken. Der von Branchenbeobachtern erwartete Preiskrieg zwischen Intel und AMD beunruhigt Rivet derweil wenig. Der Trend zu kostspieligeren Chips werde im kommenden Jahr dafür sorgen, dass der durchschnittliche Verkaufspreis sogar leicht steigen könnte.

Unterdessen hat die ATI-Fusion die US-Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen. Die Untersuchung beziehe sich auf mögliche Wettbewerbsverletzungen bei Grafikchips- und -karten, teilte AMD Anfang Dezember mit. Konkrete Vorwürfe sind noch nicht bekannt. AMD kündigte an, mit den Behörden zusammen arbeiten zu wollen.

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