Web-Communities sollen den chinesischen Automobilmarkt sondieren

Die TMG München offeriert ein Lead-User-Konzept, mit dem Automobilisten aus dem Reich der Mitte nach ihren elektronischen Vorlieben befragt werden - abgeschottet von den Blicken der Konkurrenz. Auch Ingenieure nutzen geschlossene Communities für gemeinsame Projekte.

Chinesische Automobilhersteller wie Brilliance oder Jin Bei schicken sich an, den europäischen Markt aufzurollen. Bislang jedoch mit mäßigem Erfolg – verwiesen sei nur auf den verheerenden Crash-Tests des Opel-Frontera-Nachbaus von Landwind und den damit verbundenen Verkaufsstopp. In umgekehrter Richtung tasten sich die deutschen Marken in das Reich der Mitte vor – Rückschläge inbegriffen. So hat beispielsweise Volkswagen – größter Automobilhersteller in der Volksrepublik – im vergangenen Jahr empfindliche Einbußen beim Umsatz hinnehmen müssen. Zum Glück für den Konzern konnte man in diesem Jahr wieder um fast 30 Prozent über den Vorjahresabsatz wachsen. Es bleibt jedoch die Frage: „Was will der Chinese?“

Zur Beantwortung hat die TMG München im Frühjahr dieses Jahres mit dem Automobilzulieferer Webasto zusammengearbeitet. Das Unternehmen ist mit 22 Produktionsstandorten in elf Ländern vertreten. Kernkompetenzen: Entwicklung und Herstellung von Schiebe- und Cabriodachsystemen, Heiz- sowie Kühl- und Lüftungssystemen. Gemeinsam wurde ein sogennanntes „Lead-User-Konzept“ über das Internet umgesetzt, das wie andere Hersteller in der Branche auch die Vorteile des Web 2.0 nutzt. Ziel war es, die Endkonsumenten in den Innovationsprozess einzubinden und somit die Anzahl der Produkte zu reduzieren, die sich als Verkaufsflops herausstellen.

Die Lead User wurden per E-Mail direkt angesprochen und erhielten für ihre Mitarbeit einen Tankgutschein. Sie bekamen dann freien Zugang zur webbasierten Plattformen. Dort wurden sie nach ihren automobilen Wünschen im Elektronikbereich befragt. Wollen sie ihren Wagen mit Schiebedach ausgerüstet haben? Legen sie Wert auf Klimatisierung oder andere elektronische Helferlein?

„Closed Online Communities“ trieben dieses Konzept noch einen Schritt weiter: Während die Lead User freien Zugang zur webbasierten Plattform haben, wurde der Zugang limitiert: Vertreter aus der Wissenschaft, Entwickler, aber auch engagierte Endverbraucher erhielten Einladungen, um technische Neuerungen zu begutachten. Der Vorteil: Die Ideen sind vor dem Wettbewerb geschützt. Außerdem ist die Klientel genau bekannt und kann zielgruppengerecht angesprochen werden. Während der Entwicklungen bei Webasto gab es sechs solcher Plattformen.

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