Analysten zweifeln am Ipod-Effekt

Erfolg des Mediaplayers ist nicht allein für Apples gesteigerte Mac-Verkäufe verantwortlich

Apple hat im dritten Quartal 2006 seinen Marktanteil im PC-Segment erneut steigern können. Mit einem Anteil von weltweit 2,79 Prozent und 5,71 Prozent in den USA hat das Unternehmen seine Ergebnisse der letzten fünf Jahre übertroffen.

Viele machen hauptsächlich den Erfolg des Ipod für die gesteigerten Absatzzahlen im PC-Bereich verantwortlich. Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass auch andere Faktoren wie niedrigere Preise und neue Technik den Mac-Verkauf angekurbelt haben könnten. Andere PC-Hersteller vermelden ebenfalls höhere Verkaufszahlen. Acer hat seine Marktanteile beispielsweise schneller steigern können als Apple. Und das ganz ohne digitalen Mediaplayer.

Laut den Marktforschern von IDC war Apple 2002, im ersten kompletten Verkaufsjahr des Ipod, mit 2,23 Prozent am weltweiten und mit 3,53 Prozent am amerikanischen PC-Markt beteiligt. Ein Jahr später sank der globale Marktanteil auf 1,99 Prozent, der amerikanische auf 3,17 Prozent. 2004 gingen die Zahlen für den Weltmarkt zwar weiter zurück (1,96 Prozent), doch in den USA, in denen der Ipod am häufigsten verkauft worden war, kletterte Apple auf 3,32 Prozent. Im Jahr 2005 erreichte man weltweit 2,27 und in den USA 4,0 Prozent Marktanteil. Insgesamt verkaufte der Mac-Hersteller 2005 52 Prozent mehr PCs als im Jahr 2002.

Nicht jeder glaubt, dass dieser Anstieg mit dem Ipod zu tun hat. „Ich denke, der Ipod hat viele Verbraucher auf die Marke Apple aufmerksam gemacht. Er hat eine Art Halo-Effekt erzeugt, der aber nicht ausschlaggebend ist“, meint IDC-Analyst Doug Bell. „Denn man kann argumentieren, dass der jüngste Einsatz von Intel-Prozessoren oder die Einführung von Boot Camp, einem Bootmanager, der die Nutzung von Windows auf Mac-Systemen erlaubt, ebenso zu mehr Mac-Verkäufen geführt haben.“ Letztlich wäre es für Mac-Anhänger sicherlich erfreulicher, wenn der Erfolg ihres Lieblingscomputers auf den eigenen Vorzügen statt auf den Verkaufszahlen eines digitalen Mediaplayers beruhte.

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