Yahoo könnte zum Übernahmekandidaten werden

Analysten spekulieren über Zukunft des Online-Unternehmens

Mitte Oktober hatte Yahoo einen deutlichen Gewinnrückgang vermeldet, was viele Analysten dazu bewegte, Yahoo-Anteile zu verkaufen. Andere sahen den niedrigen Aktienkurs, der nach einem Rückgang von 31,3 Prozent dieses Jahr nun bei 26,91 Dollar liegt, als passende Gelegenheit, sich Anteile zuzulegen. Trotz widersprüchlicher Meinungen, ob die Aktie ein Schnäppchen ist oder man die Finger davon lassen sollte, herrscht laut „New York Times“ Einigkeit darüber, dass Yahoo ein Übernahmekandidat wird, sollte das Unternehmen weiterhin mit seinen Leistungen hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Yahoos Hauptproblem ist, dass das Unternehmen sich schwertut, so viel Profit aus dem riesigen Aufkommen an Suchanfragen zu schlagen wie Konkurrent Google. Yahoos Einkünfte aus der Suchmaschine betrugen im dritten Quartal 191 Millionen Dollar, verglichen mit 911 Millionen Dollar bei Google, schätzt der Bericht des Analysten Justin Post. „Yahoo kommt in Berührung mit einem von zwei Menschen im Internet pro Monat, was eine unvergleichliche Reichweite ist. Doch obwohl Yahoo eigentlich mehr Traffic hat als Google, haben sie weniger Gewinn“, bringt es Randy Befumo vom Investmentfonds Legg Mason, der Yahoo-Anteile verwaltet, auf den Punkt. Jede einzelne Suchanfrage bringt ungefähr vier Cent für Yahoo, verglichen mit elf Cent pro Suche bei Google.

Neben den Schwierigkeiten, das Potenzial von Suchanfragen genauso gut zu nutzen wie Google, sieht sich Yahoo noch mit weiteren Herausforderungen konfrontiert: Auch die Investitionen von Microsoft in sein Internetportal MSN und das nunmehr kostenfreie Angebot von AOL machen Yahoo das Leben nicht leichter. Hinzu kommt noch der rapide Aufstieg von Social-Networking-Seiten wie Myspace oder Youtube. All diese Internetportale sind Anziehungspunkte für Werbekunden, die dann Yahoo abhanden kommen.

Yahoos Management setzt seine Hoffnungen auf ein technologisches Upgrade der Suchmaschine. Die verspätete Einführung des so genannten „Projekt Panama“ soll 2007 vonstatten gehen. Analysten meinen, dies könnte den Gewinn pro Suchanfrage auf fünf Cent oder im besten Fall sogar auf sieben Cent erhöhen. Die Yahoo-Anteile waren im letzten Monat wieder um 11 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind Aktienrückkäufe und anscheinend auch zunehmende Spekulationen darüber, dass Yahoo ein mögliches Ziel für Akquisitionen sein könnte. Doch es gibt auch Gerüchte darüber, Yahoo sei an einer Übernahme der Social-Networking-Seite Facebook interessiert. Gegenüber der „New York Times“ wollte das Unternehmen dazu jedoch keinen Kommentar abgeben.

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