Red Hat sieht Novell-Deal als Sieg für Linux

Konkurrent spielt Bedeutung der Microsoft-Novell-Allianz herunter

Red Hat versucht, die Partnerschaft zwischen Microsoft und dem Linux-Entwickler Novell herunterzuspielen und in einen Sieg für Open Source umzudeuten. Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der Kooperation hat der Linux-Distributor am Freitag auf seiner Website verlauten lassen, dass die Zusammenarbeit weniger ein Sieg für Novell, sondern eher ein Triumph für Linux sei.

„Die Partnerschaft bedeutet einen Sieg für Linux. Open-Source-Neuerungen liefern bessere Software und einen höheren Nutzwert“, erklärte Red Hat in seiner Stellungnahme. „Offene Standards ermöglichen eine Zusammenarbeit, die jeder nutzen kann. Dazu benötigt man keine Kooperation zwischen zwei Unternehmen.“

Zudem distanzierte sich das Unternehmen von der Möglichkeit, einen ähnlichen Vertrag mit Microsoft abzuschließen: „Eine Abgabe von Neuentwicklungen ist undenkbar. Freie und Open-Source-Software bilden die nötige Umgebung für wahre Innovationen.“

Andere Beobachter zeigen sich unterdessen über die Allianz zwischen Microsoft und Novell besorgt. „Wenn eine Lizenzgebühr für das Recht auf den Vertrieb von GPL-Software zu zahlen ist, darf diese Software nicht unter selbiger Lizenz verkauft werden“, sagte beispielsweise Eben Moglen, Jurist der Free Software Foundation, welche die General Public License (GPL) überwacht. Ob Novell aufgrund der neuen Partnerschaft vom Vertrieb des Betriebssystems Linux auszuschließen sei, hänge von den genauen Konditionen der Vereinbarung mit Microsoft ab.

„Eine der ungeklärten Fragen ist, ob Novell die Lizenz für den Linux-Kernel und andere Open-Source-Software verletzt, indem es geschützte Patente anbietet, die ausschließlich für Novell-Kunden sind“, gibt auch Bruce Perens, Entwickler der Open Source Definition, zu bedenken. „Ich nehme an, Microsoft hält Linux nicht länger für Krebs oder Kommunismus“, sagt Pamela Jones, Gründerin der Website Groklaw. „Jetzt will es von Linux nur noch eine Patentgebühr.“

Chris Papayianni, Novells Geschäftsführer für den Bereich Europa, bleibt trotz aller offenen Fragen zur GPL weiter zuversichtlich: „Mit Microsoft als Partner wollen wir den Einfluss von Linux weiter ausbauen. Die Kooperation erlaubt eine viel bessere Zusammenarbeit mit der Windows-Umgebung.“ Dadurch habe Novell einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Linux-Anbietern, so Papayianni.

Themenseiten: Business, Linux, Microsoft, Novell, Open Source, Red Hat, Software

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