Telekomindustrie im Übernahmerausch

Erste Jahreshälfte bringt Einkäufe im Wert von 116 Milliarden Dollar

Die Technologieunternehmen haben sich in der ersten Jahreshälfte 2006 in einen wahren Übernahmerausch hineingesteigert. Dabei sorgte vor allem die Telekomindustrie für Aufsehen. Insgesamt verbuchten die Analysten von Datamonitor in den ersten sechs Monaten des Jahres in der Technologiebranche einen Anstieg der Übernahmeaktivitäten um 70 Prozent. Das Volumen belief sich damit auf 199,6 Milliarden Dollar, nach 113,6 Milliarden Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei kletterte die Zahl der Akquisitionen lediglich von 507 auf 539.

Bei der Analyse der Daten entpuppte sich einmal mehr der Telekomsektor als Überflieger der Technologiebranche. Gerade 26 Deals brachten ein Übernahmevolumen von 116 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum 43 Milliarden Dollar zu Buche standen. Wenig verwunderlich ist dann auch, dass die beiden größten Übernahmen im Beobachtungszeitraum aus dem Telekombereich stammen. An die Spitze hat sich AT&T mit der angestrebten 89,4 Milliarden Dollar schweren Übernahme von Bellsouth katapultiert. Allerdings fehlt dem Megadeal derzeit noch die Zustimmung durch die Kartellbehörden. Mit großem Abstand auf den zweiten Platz der größten Technologieübernahmen hat es Softbank geschafft, das im Frühjahr für 15,5 Milliarden Dollar die Japan-Aktivitäten von Vodafone übernommen hat.

Auch der deutsche Branchenprimus Deutsche Telekom steht stärker im Visier von Übernahmeinteressen. Nach den Gerüchten um eine Komplettübernahme durch den Finanzinvestor Blackstone hat nun offenbar der russische Mischkonzern AFK Sistema seine Finger nach dem Telekomkonzern ausgestreckt.

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