Personalisierung als großer Vorteil von Triple Play

Die Branche hofft auf neue Impulse durch die Kombination aus Fernsehen, Telefon und Internet. ZDNet fasst die Diskussion auf den Medientagen München zusammen.

2006 ist das Jahr, in dem Deutschland in das Triple-Play-Zeitalter eingetreten ist. Die Branche hofft auf neue Impulse durch die Kombination aus Fernsehen, Telefon und Internet, mit der möglichen Erweiterung um den Mobilfunk hin zu Quadruple Play. Mercer Management Consulting veranstaltete im Rahmen der Medientage in München (18. bis 20. Oktober) zu diesem Thema das Panel 6.3: „Triple Play, Quadruple Play, Converging Telecoms: Zukunftsmarkt oder Sackgasse?“

Martin Kon, Partner von Mercer Management Consulting, fasste die drei wichtigsten Punkte der Podiumsdiskussion wie folgt zusammen:

  • 1. Die Industrie sollte sich auf die Kundenbedürfnisse fokussieren.
  • 2. Es muss im Angebot eine Differenzierung geben, sonst wird es einen Preiskampf um die
    neuen Dienste geben.
  • 3. Man muss über das gesamte Businessdesign nachdenken, das heißt was mache ich und welchen Kunden möchte ich damit ansprechen.

In einer Einführung machte Christoph Ziller, Senior Associate Mercer Management Consulting, die Ziele der Triple-Play-Anbieter deutlich. Durch Triple Play wolle man eine Absicherung der bestehenden Umsätze, eine langfristige Bindung der Kunden und die Auslastung der Netze erreichen. „Es werden Milliarden Beträge in den Ausbau der Netze investiert“, erkärte Ziller. Man werde erst 2010 und nicht, wie man bisher glaubte, bis 2008 mit 20 Millionen Anschlüssen die DSL-Ausschöpfung erreicht haben.

Rudolf Gröger, CEO von O2 Germany, glaubt allerdings, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis der Kunde sich voll und ganz auf Triple Play ein- und umgestellt hat. „Der Kunde hat bereits neue, gut funktionierende Systeme. Die wird er nun nicht so schnell über Bord werfen.“ Um als Anbieter den Kunden langfristig an sich binden zu können, sei die Zukunftssicherheit entscheidend. „Wir müssen unserem Kunden vermitteln, dass er bei uns gut aufgehoben ist und wir ihm auch in Zukunft alles bieten können, was der gesamte Markt bietet“, so Gröger.

Der Preis wird beim Kunden schließlich eine entscheidende Rolle spielen. „Die Kunden haben
gelernt, dass sie für weniger Geld mehr bekommen“, sagte Kon. Doch Dr. Kai Höhmann, Leiter für Strategie und Internationales bei T-Com, warnt davor, Triple Play zu einem Preisthema zu
machen. „Ein guter Preis und die einfache Bedienung sind nur die Rahmenbedingungen.“ Vor
allem aber müsse man dem Kunden den Mehrwert und die vielen Neuheiten von Triple Play, wie
3-D-TV, vermitteln.

Die Diskutanten sahen vor allem die Fähigkeit zur Personalisierung, ähnlich wie beim Internet, als den großen Vorteil von Triple Play. „Das Zauberwort heißt Exklusivität. Video-on-demand und Flachbildschirm sind die zwei Dinge, die der Kunde in nächster Zeit für sich entdecken wird“, meinte Dr. Georg Kofler, Vorsitzender der Geschäftsführung von Premiere. Auch Dr. Marcus Englert, Vorstand Diversifikation ProSiebenSat. 1 Media, sieht keine Gefahr für das Fernsehen durch Triple Play, im Gegenteil: „Fernsehen ist auch bei Triple Play ein wichtiger Bestandteil. Wir glauben, dass es eine Chance ist.“ Nach Meinung von Martin Kon hängt der Erfolg von Triple Play letztendlich von der Qualität ab: „Alle drei Teile zusammen müssen mindestens genauso gut sein wie die einzelnen Angebote.“

Themenseiten: Breitband, IT-Business, Technologien

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