Philips enttäuscht mit Milliardengewinn

Unterhaltungselektronik drückt auf Konzernumsatz

Der niederländische Elektronikriese Philips hat im abgelaufenen dritten Quartal die eigenen Prognosen verfehlt. Getrieben durch den milliardenschweren Verkauf der Halbleitersparte konnte der Nettogewinn zwar auf 4,24 Milliarden Euro verdreifacht werden. Das EBIT nach Sonderposten schrumpfte allerdings auf 25 Millionen Euro. „Auf den ersten Blick ist die operative Performance unerwartet schlecht und absolut enttäuschend“, sagt Marco Günther, Analyst bei der Hamburger Sparkasse.

Beim Umsatz blieb Philips ebenfalls unter den Erwartungen. Der Konzernumsatz kletterte gegenüber dem Vorjahresquartal lediglich um ein Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Einen Umsatzrückgang um fünf Prozent musste Philips in der Unterhaltungselektronik-Sparte hinnehmen, die immer noch den Löwenanteil zum Konzerngeschäft beiträgt. „In diesem Bereich war allerdings absehbar, dass die Performance schwächer als erwartet ausfällt“, meint Günther. Philips habe sich wie die gesamte Branche mehr positive Auswirkungen durch die WM versprochen.

Belastet wurde die Philips-Bilanz zusätzlich durch das Joint Venture LG Philips LCD dem der Preisverfall bei LCD-Fernsehern im abgelaufenen Quartal satte Verluste beschert hatte. Nach einem Gewinn von 188,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verbuchte der südkoreanische Panel-Produzent nun ein Minus von 266,3 Millionen Euro. Beim Umsatz verzeichnete LG Philips LCD dagegen ein leichtes Plus von einem Prozent auf 2,27 Milliarden Euro.

„Es war ein gutes Quartal für Philips“, zeigt sich Philips-Chef Gerard Kleisterlee mit Verweis auf die verbesserte Performance der Healthcare- und Licht-Sparte dennoch überzeugt. Zudem habe der Konzern mit dem erfolgreichen Verkauf seiner Halbleitersparte den Fokus noch stärker auf den Healthcare- und Lifestyle-Bereich gelegt. „Wir sind zunehmend gut gerüstet, um nachhaltiges, profitables Wachstum aus unserer starken Innovations- und Technologie-Stellung heraus zu generieren“, so Kleisterlee.

Aufgrund der Volatilität des Chipgeschäfts hatte Philips 80,1 Prozent seiner Chipsparte für 6,4 Milliarden Euro an ein Investorenkonsortium veräußert. „Grundsätzlich war der Verkauf absolut richtig. Er ist zudem zu einem guten Zeitpunkt erfolgt und Philips hat einen angemessenen Preis erzielt“, so Analyst Günther abschließend.

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