Windows Vista gemäß kartellrechtlicher Bedenken verändert

Am Zeitplan für die Vista Veröffentlichung wird festgehalten

Verantwortliche von Microsoft haben am Freitag ihre Zuversicht erklärt, dass die drei wichtigsten in Europa und Korea vorgebrachten kartellrechtlichen Bedenken ausgeräumt worden sind. „Durch einen konstruktiven Dialog konnten wir die gewünschten Veränderungen in allen drei Bereichen umsetzen“, sagte der Microsoft Berater Brad Smith.

Als Teil der Änderungen sind Nutzer jetzt in der Lage, beim Umstieg auf den Internet Explorer 7 den bevorzugten Suchdienst selber festzulegen. Weiter wird die Lizensierung von Microsofts XPS-Dateiformat geändert und auch das Sicherheitscenter in Vista 64-bit Systemen für Drittanbieter zugänglich gemacht.

Smith erklärte aber, dass es trotz dieser Änderungen keine Garantie dafür gibt, dass die EU-Kommission ihre Bedenken zurückzieht und keine Kartellstrafe verhängt. Die zuständige Kommissarin Neelie Kroes erklärte gegenüber Reportern am Freitag, dass sie in einem Telefonat mit dem Microsoft Chef Steve Ballmer kein grünes Licht für die Veröffentlichung von Windows Vista gegeben habe. „Microsoft muss erkennen, dass sie eine eigene Verantwortung für die Berücksichtigung der europäischen Regularien und Gesetze haben und ich erwarte, dass sie diese auch umsetzen“, sagte sie.

Themenseiten: Software, Windows Vista

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Windows Vista gemäß kartellrechtlicher Bedenken verändert

Kommentar hinzufügen
  • Am 16. Oktober 2006 um 14:53 von Chris

    So leicht kann man sich’s machen …
    Also, ich finde das schon eine Frechheit von der EU-Kommission. Wenn sie Kartellrechtliche bedenken hat, soll sie diese äußern. Aber so wie das mit Microsoft momentan gehandhabt wird, sieht das so aus als ob die Kommission schon alles in der Schublade hat und MS nur ins offene Messer rennen lassen will.

    Mal abgesehen davon sehe ich nicht eine Sache die bei Vista anders als z.B. bei MAC OS X ist. Da wird auch viel mitgeliefert. Und MS hat in der Regel auf "Verstöße" reagiert – wie z.B. mit den Links im Windows Explorer, die immer im IE geöffnet wurde, statt im Standardbrowser. Und ein OS ohne Browser, Fotobetrachter und MediaPlayer würde von allen Seiten (zurecht!) als nicht mehr zeitgemäß verschmäht werden.

    • Am 16. Oktober 2006 um 16:31 von rami fortis

      AW: So leicht kann man sich’s machen …
      zum einen gebe ich dir recht und halte verschiedene bedenken auch für überzogen.

      zum anderen hat die eu kommission ganz klar vorgegeben, welche bedenken sie hat und microsoft vor der veröffentlichung von vista gesagt, was geändert werden soll.

      ich schätze, dass die kommissarin jetzt kurz vor der veröffentlichung von vista keinen freibrief ausstellen wollte, bevor vista mit den änderungen auf den markt kommt.

      erst die veröffentlichte version kann zeigen, ob die kartellauflagen erfüllt worden sind. und das ist die verantwortung von microsoft, nicht der eu.

    • Am 17. Oktober 2006 um 11:04 von Chris

      AW: AW: So leicht kann man sich’s machen …
      Das ist schon richtig. Aber wenn MS der EU die fertige Version, die in Produktion gehen soll (MS nennt die glaub‘ ich RTM) vorlegt, wäre es nur fair von der EU diese Abzunehmen. Wenn dann Unterschiede zwischen dieser Version und der Vesion im Handel festgestellt werden kann immer noch dagegen vorgegangen werden.

      Was ich allerdings nicht gut finde ist, daß die EU MS so in der Luft hängen läßt und es (mal wieder) keine Rechtssicherheit gibt. Das Prangere ich allgemein an der europäischen und auch deutschen Rechtssprechung an. Bei vielen Dingen (hier sei z.B. die Abmahnwelle zu nennen) gibt es so etwas wie Rechtssicherheit nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *