News Corp schnappt sich Klingeltonanbieter Jamba

Medienmogul Murdoch baut Geschäft mit mobilen Inhalten aus

Der US-Medienriese News Corp will am lukrativen Geschäft mit Klingeltönen mitverdienen und sein Angebot an mobilen Inhalten kräftig ausbauen. Dazu übernimmt der Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch die Mehrheit an dem Berliner Klingeltonanbieter Jamba. News Corp wird rund 188 Millionen Dollar an den bisherigen Jamba-Eigentümer Verisign überweisen, hieß es heute. Die Transaktion soll Ende 2006 abgeschlossen sein.

„Das ist ein wichtiger Schritt für News Corp auf dem Weg zum weltweit führenden digitalen Medienkonzern“, so News Corp-COO Peter Chernin. News Corp will Jamba mit der Konzerntochter Mobizzo verschmelzen, die Videoclips sowie weitere mobile Inhalte verkauft. Sowohl der Markenname Jamba als auch die Marke Jamster, unter der Jamba in den USA auftritt, sollen aber beibehalten werden. Zu konkreten Details und zur Zukunft der etwa 520 Mitarbeiter am Berliner Unternehmenssitz hielt sich Jamba auf Anfrage aber zunächst bedeckt.

Schon bald will Jamba erste Produkte, die auf dem Einstieg von News Corp basieren, auf den Markt bringen. Gedacht ist etwa an eine Allianz mit dem Internetportal Myspace.com. Als so genannter M-Commerce-Partner soll Jamba der 74 Millionen User zählenden Online-Gemeinde den Download von Klingeltönen oder Animationen großer Musik- und Medienunternehmen ermöglichen. Darüber hinaus will Jamba in Kürze exklusiv mobile Inhalte wie Videos oder Bildschirmschoner aus der erfolgreichen TV-Serie „Die Simpsons“ des News-Corp-Senders FOX anbieten.

Jamba, im Jahr 2000 gegründet, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit größten Anbieter für mobilen Content gemausert. 2005 war der Umsatz des Unternehmens, unter anderem getrieben durch den Klingeltonhit „Crazy Frog“, laut Wall Street Journal auf 500 Millionen Dollar explodiert. Das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen. Jamba verkauft seine Dienste nach eigenen Angaben in rund 30 Länder und verfügt damit über ein Potenzial von rund einer Milliarden Usern. Der US-Domainverwalter und Internet-Infrastruktur VeriSign hatte Jamba 2004 für 273 Millionen Dollar übernommen.

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