HP-Spitzelei zieht weitere Kreise

Unternehmen hörte Telefongespräche von Journalisten ab

Hewlett Packard befindet sich derzeit in einem Ermittlungsskandal. Angefangen hat alles mit der Weitergabe interner Informationen an die Presse. Wie nun bekannt wurde, sind bei der Suche nach der undichten Stelle im Konzern zahlreiche Telefonverbindungen von Journalisten abgehört worden, darunter auch die dreier Reporter von CNET. Inzwischen ist bekannt, dass das Aufsichtsratsmitglied George Keyworth die Informationen weiter gab.

Wie aus Ermittlungsunterlagen hervor geht, hat sich eine vom Vorstand des Computerherstellers beauftragte Privatdetektei Zugang zu den Kundenkonten der CNET-Redakteure Dawn Kawamoto, Tom Krazit und Stephen Shankland verschafft. Diese hatten im Januar dieses Jahres einen Bericht über die Geschäftsbeziehungen von HP zu Intel und AMD veröffentlicht.

Auch der pensionierte Physiker Thomas Shankland, Vater von Stephen Shankland, wurde Berichten zur Folge abgehört. Wieso die Ermittler Interesse an den Telefongesprächen von Shanklands Vater hatten, ist jedoch nicht bekannt. Um an die Aufzeichnungen der betroffenen Personen zu kommen, hat die Detektei eine in Kalifornien verbotene Methode, das so genannte „pretexting“ angewendet.

Die Verwaltungsratsvorsitzende Patricia Dunn hat sich inzwischen für den Vorfall entschuldigt, verteidigte jedoch gleichzeitig die Ermittlungen des Konzerns. „Der gute Ruf von Hewlett Packard wurde durch die undichte Stelle stark beschädigt“, so Dunn. „Obwohl die Person von den Ermittlungen wusste, ist sie nicht mit der Wahrheit ans Licht gerückt, sondern hat weiterhin den Rest des Vorstandes belogen“, so Dunn abschließend.

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