Oracle: Wir bieten den besten Support für Open Source

Oracle Deutschland hat seit kurzem einen neuen Geschäftsführer. ZDNet befragte ihn zu den Übernahmen von Schwergewichten aus dem Applikationsmarkt, zum Rechtsstreit um Second-Hand-Lizenzen sowie den Bedarf nach einem Linux-Betriebssystem.

Seit dem 1. Juni dieses Jahres steht Oracle Deutschland nicht mehr Rolf Schwirz vor. Sein Nachfolger als Geschäftsführer ist Jürgen Kunz, der zuvor als Senior Vice President internationale Großkunden in der International Accounts Sales Group (IASG) auf Emea-Ebene betreut hat. ZDNet befragte Ihn zu seinen Zielen und Herausforderungen.

ZDNet: Die Analysten der Jyske Bank haben gerade für die Oracle-Aktie das Rating „buy“ vergeben. Obwohl sich die Aktie im Jahr 2006 gut entwickelt und den NASDAQ 100-Index um nahezu 30 Prozent geschlagen habe, sei das Unternehmen im Vergleich zu den Wettbewerbern nach wie vor unterbewertet. Die Analysten von JMP Securities vergeben sogar das Rating „strong buy“. Der Konzern steht überraschend gut da für die Latte an Akquisitionen, die hinter Ihnen liegt…

Kunz: Wieso finden Sie das überraschend? Haben Sie uns das nicht zugetraut?

ZDNet: Nun, man braucht schon ein breites Kreuz, um die Inkorporation von Firmen wie Siebel, Peopolesoft oder JD Edwards tragen zu können.

Kunz: Ja, das braucht man, Die Akquisitionen haben hauptsächlich auf den Applikationsmarkt gezielt – und wir standen schon vor der Frage, wie wir das eingliedern sollen. Wir haben uns zunächst unter unseren Kunden umgehört und dann beschlossen, die verschiedenen Produktlinien unter dem Applications Unlimited-Programm über das Jahr 2013 hinaus zu supporten. Parallel dazu entwickeln wir Fusion als Best-of-Breed-Plattform.

ZDNet: Woraufhin sich natürlich die Frage nach den Kapazitäten stellt.

Kunz: Ja klar. Ich sage nur: 18.000 Entwickler. So viele Mitarbeiter haben wir in diesem Bereich, da kann keiner unserer Wettbewerber mithalten. Daher fühlen wir uns mit unserem Vorhaben sehr komfortabel. Zusätzlich steht zu vermuten, dass einige unserer Kunden in vier oder fünf Jahren einen Wechsel zu Fusion ins Auge fassen. Die Großunternehmen wahrscheinlich eher, der Mittelstand mit JD Edwards vermutlich etwas später. Die Schwerpunkte und damit die Allokation der Ressourcen werden sich also voraussichtlich verschieben.

ZDNet: Trotz der Akquisitionen auf dem Applikationsmarkt wird Oracle nach wie vor in erster Linie als Datenbankenspezialist wahrgenommen. Wie viele Umsätze generiert das Geschäft mit Datenbanken im Vergleich zu dem mit Applikationen und Services?

Kunz: Wir weisen weltweit die Zahlen für das Verhältnis von Umsatz Software und Services-Business aus, das Verhältnis beträgt etwa 80 zu 20. Wenn man den Software-Bereich nochmals aufsplittet kommt auf die Datenbanktechnologie – dazu zählen Datenbanken und Middleware – 69 Prozent und auf Applikationen 31 Prozent. Manche Wettbewerber rechnen die Middleware in die Applikationen mit hinein, wir aber nicht.

Dank unserer Akquisitionen zieht der Apps-Bereich nun aber massiv an. Daher werden wir immer weniger in die Datenbank-Schublade gesteckt. Das würde uns auch nicht mehr gerecht werden, auch wenn wir natürlich aus diesem Bereich herkommen und dort seit Jahren die Marktführerschaft proklamieren.

Themenseiten: IT-Business, Linux, Open Source, Oracle, Strategien

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