AOL-Software als „Badware“ diskreditiert

Unternehmen will Vorwürfe aus der Welt schaffen

Nur wenige Wochen nach dem jüngsten AOL-Skandal, der durch das Veröffentlichen von 19 Millionen Suchmaschinenanfragen ausgelöst wurde, ist das Unternehmen jetzt erneut in das Kreuzfeuer der Kritik geraten. Als Anlass dient im aktuellen Fall die kostenlose AOL-Software 9.0, die von Betreibern der Anti-Malware-Initiative „Stop Badware Coalition“ als Badware eingestuft wurde. Damit findet sich AOL 9.0 nun in einer Liste mit dubiosen Software-Programmen wie Kazaa wieder, die ohne Wissen der Anwender eine Reihe von Zusatzprogrammen installieren.

Die Betreiber der Initiative kritisieren, dass das kostenlose Softwarepaket eine Reihe von Programmen wie Realplayer, Quicktime, Viewpoint Media Player oder Pure Networks Port Magic verdeckt installiert und sich auch nach der Deinstallation nicht mehr vollständig entfernen lässt. Als weitere Badware-Merkmale stufen die Spyware-Jäger auch den automatischen Eingriff der AOL-Software in den Internet Explorer ein. So werden Favoriteneinträge angepasst und die AOL Toolbar installiert. Darüber hinaus platziert sich nach einem Programmstart auch eine AOL Deskbar in der Taskleiste des Anwenders.

Die Stop Badware Coalition, die von den renommierten Universitäten Harvard und Oxford ins Leben gerufen wurde, rät Internet-Usern derzeit daher dezidiert von der Installation ab, solange AOL die besagten Kritikpunkte nicht aus der Welt geschafft hat. In einer ersten Reaktion hat das Unternehmen versprochen, sich der vorgebrachten Kritik anzunehmen und auch dem Deinstallationsproblem mit einem entsprechenden Patch entgegenzutreten. Besonders problematisch erscheint die vorläufige Einstufung der Software als Badware vor allem vor dem Hintergrund von AOLs Engagement in der vor wenigen Monaten gegründeten Anti-Spyware-Koalition, die sich für mehr Transparenz innerhalb der Software-Industrie einsetzen will.

Bei AOL Deutschland wollte man den Vorwurf der Initiative nicht weiter kommentieren, da es sich bei dem Programm-Paket um eine amerikanische Version handle. Neben zum Teil anderen Programm-Features verfüge die deutsche Variante unter anderem auch über einen eigenständigen Wizard, der die komplette Deinstallation der Programmteile gewährleiste, so AOL-Deutschland-Sprecher Tobias Riepe.

Themenseiten: Spyware

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu AOL-Software als „Badware“ diskreditiert

Kommentar hinzufügen
  • Am 29. August 2006 um 18:23 von mineuland

    Deutsche Version lässt sich nicht problemlos entfernen
    Soso, die deutsche Version lässt sich also problemlos deinstallieren! Warum lügt AOL so schamlos? Um AOL komplett vom PC zu entfernen blieb mir nur "Format C:". Wer AOL mal deinstalliert, sollte sich mal im Explorer unter Windows die ganzen Ordner ansehen, man wird sich wundern, was man da nach der "Deinstallation" noch so alles findet.

  • Am 17. September 2006 um 12:18 von frogy frog

    AOL-Software als "Badware" diskreditiert
    die aol software ist doch leicht zu deinstallieren. bei mir ging das ganz einfach und alles ist runter von der platte. guckt euch lieber mal die t-online software an. da wird ein haufen scheiße mit installiert und bremst dann den rechner aus.
    mfg frogy frog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *