Modellversuch für privaten Computerarbeitsplatz ohne Computer

Via Thin Clients erhalten Kunden Zugang zu Internet und Standardprogrammen

Der Telekommunikationsanbieter Bitel und Siemens Business Services (SBS) haben heute im Großraum Bielefeld einen Modellversuch für Computerarbeitsplätze ohne eigenen Rechner gestartet. Die beiden Unternehmen bieten somit erstmals die Thin-Client-Technologie auf dem Markt für private Verbraucher an. Für eine monatliche Gebühr ab 49 Euro steht den Kunden Rechenleistung des Bitel Großrechners zur Verfügung.

„Im Startpaket ist die komplette Hardware-Ausrüstung enthalten, die für die Nutzung benötigt wird. Dies beinhaltet Bildschirm, Tastatur, Maus und den Thin Client. Weiters ist ein Telefon- und DSL-Anschluss notwendig“, erklärt Bitel-Sprecher Michael Krüger. Der Rechner steht also zukünftig nicht in den eigenen vier Wänden sondern der Kunde arbeitet via Telefonleitung am Großrechner. Bitel teilt dem Nutzer seinen privaten Speicherplatz im Rechenzentrum zu und kümmert sich um die Software. Entsprechende Kurse für den Umgang mit den Programmen sind ebenso im Angebot wie eine telefonische Hotline, die für schnelle Hilfe im Problemfall sorgt.

Nach Installation der Hardware durch einen Techniker, stehen wichtig Programme und Standardanwendungen sofort zur Verfügung. „E-Mail, Internet, Text- und Bildbearbeitung kann der Kunde nutzen ohne sich um Software und Sicherheit seines Systems kümmern zu müssen“, erläutert Jörn Roggenbuck, Sprecher von SBS.

Die Unternehmen sehen die Hauptzielgruppe in Personen, die bislang von der komplexen Technik zurückschreckten. „Besonders ältere Menschen schreckt bislang der Aufwand rund um die Anschaffung und Pflege eines PCs mit entsprechender Software ab“, weiß Alfred Kerscher, Geschäftsführer von Bitel. „Wer will schon große Firewalls installieren, wenn er doch nur einen Gruß per E-Mail an seine Tochter schicken will? Wir wollen den Nutzern mit unserer Lösung aus einer Hand diese Sorgen künftig abnehmen.“

Ebendiese Einfachheit des Umgangs mit der Technologie bringt jedoch auch gewisse Nachteile mit sich. Spezialsoftware kann auf diesen Systemen nicht installiert werden. „Die Standardisierung der Programme macht die Administration und Verwaltung simpel. Würde nun jeder User seine eigenen Programme installieren können, so ginge dieser Vorteil verloren“, meint Roggenbuck.

Der Test soll vorerst bis November laufen. Wird der Service von den Kunden gut angenommen, so soll das Angebot anschließend auf ganz Deutschland ausgedehnt werden, so Krüger. „Wir erwarten uns bis dahin 200 zufriedene Kunden. Dann sehen wir diesen Versuch als Erfolg und werden die geplanten weiteren Schritte umsetzen“, sagt der Bitel-Sprecher.

Themenseiten: Hardware, Telekommunikation

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2 Kommentare zu Modellversuch für privaten Computerarbeitsplatz ohne Computer

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  • Am 28. August 2006 um 18:55 von Der Skeptiker

    Toll – aber
    Das ist eine wirklich gute Entwicklung. Leider ist dieser Service an den Geldbeutel von Unternehmen gepreist.

    Für Privatleute kostet das einfach zu viel. Auch wenn der Service stimmt – wovon ich einmal bei SBS (Siemens) ausgehe.

    16EUR T-net, 20EUR DSL, 10EUR Flatrate, 50EUR Thin Client. Das macht pro Jahr die stolze Summe von 1152 EUR!!!!!!

    Das funktioniert leider mit Sicherheit nicht. Erst muss der Rosariese von seinen Anschlussgebühren runter und dann muss man einen Thin Client mit 300 EUR richtig bepreisen. Der Service im Haus des Providers muss stark skaliert sein. Dann kann das preislich funktionieren.

  • Am 29. August 2006 um 11:36 von wat'n nu

    back to the roots…
    da haben wir wieder den Großrechner mit Terminalanschluß, wie vor 30-40 Jahren, nur haben die Terminals jetzt bunte Oberflächen und die Nutzung kostet, trotz "Flat überall" mehr als damals.
    Der Vorteil liegt aber ganz woanders: Wenn der Teilnehmer keine Software mehr installieren kann, können auch keine Lizenzen mehr "weiterwandern". D.h. die Softwarekonzerne können in Zukunft von jedem Teilnehmer für jede noch so kleine Applikation Geld abverlangen. $$$ Aber bestimmt gibt’s dann auch "Flat-Software" (haben wir doch eigentlich jetzt schon???).

    Gruß

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