T-Mobile bringt Homezone-Dienst in die USA

Unternehmen will US-Festnetzanbieter unter Druck setzen

Die US-Tochter von T-Mobile hat einen großen Feldversuch gestartet, um das in Deutschland erfolgreiche Produkt T-Mobile@home auf dem US-Markt einzuführen. Dadurch solle dem Festnetz die Stirn geboten werden. T-Mobile@home ermöglicht es den Nutzern, ihr Handy für eine niedrige Flatrate-Gebühr zu Hause zu verwenden. Der erste Feldversuch findet derzeit im US-Bundesstaat Oregon statt, berichtete das US-Wirtschaftsmagazin „Businessweek„.

In Deutschland arbeitet der Service mit einer Standorterkennung über die Mobilfunkzellen. „Die Homezone umfasst dabei ein bis vier Funkzellen, abhängig von der Dichte der Infrastruktur, innerhalb derer der Kunde zu einem vergünstigten Tarif telefonieren kann. Diese Homezone ist bis zu zwei Kilometer groß“, erklärt Ramona Stahl, Pressereferentin bei T-Mobile Deutschland.

US-Kunden müssen sich einen speziellen Router anschaffen, über den die Handytelefonate zuhause weitergeleitet werden. Der Kunde ist somit nicht an eine Funkzelle gebunden, innerhalb derer er zum günstigen Preis telefonieren kann, sondern an die Reichweite des Routers. Das Gerät arbeitet jedoch auch als Repeater und soll helfen, die Empfangsqualität im Haus deutlich zu verbessern.

„T-Mobile ist daran interessiert, Festnetz-Gesprächsminuten durch Mobilfunk zu ersetzen“, sagte ein T-Mobile-Sprecher gegenüber dem Magazin. Details zum neuen Angebot wollte er nicht nennen. In Branchenkreisen ist aber bereits von einer Flatrate-Gebühr von fünf Dollar monatlich für Gespräche ins Festnetz die Rede. Während in Europa diese Dienste schon länger angeboten werden, startet T-Mobile in den USA damit als erstes Unternehmen.

Falls die Tests erfolgreich verlaufen, soll das Angebot ausgeweitet werden. Damit könnte auch in den USA das Buhlen der Mobilfunker um die Festnetzkunden beginnen.

Bislang nutzen rund sieben Prozent der US-Amerikaner das Mobiltelefon als einziges Telefon von zu Hause aus. Geht die Strategie von T-Mobile auf, könnte sich diese Zahl nach Meinung von Marktbeobachtern auf bis zu 40 Prozent erhöhen. Zwar werden schon rund 30 Prozent der Telefonate mit einem Mobiltelefon von zu Hause aus geführt, jedoch gibt es für diesen Bereich momentan keine günstigen Angebote.

Neben T-Mobile bereiten auch die Mitbewerber AT&T und Cingular gemeinsam ein ähnliches Angebot vor, das voraussichtlich in den kommenden Monaten verfügbar sein soll. Der Dienst Mobile2Home soll monatlich 2,99 Dollar kosten und kostenlose Handy-Gespräche zwischen AT&T-Kunden ermöglichen.

Themenseiten: T-Mobile, Telekommunikation

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