Bitkom kritisiert Bwin-Verbot

"Wenn wir solchen Firmen in Deutschland den Strom abdrehen, spielt die Musik eben im Ausland"

Mit scharfen Worten hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) das Geschäftsverbot für den Sportwetten-Anbieter Bwin attackiert. „Dass ein erfolgreiches Unternehmen ohne erkennbaren Grund von der Politik dicht gemacht werden soll, nützt niemandem“, kritisiert der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Bernhard Rohleder.

Sachsen hatte dem Online-Unternehmen am Donnerstag seine Tätigkeit untersagt. Am Freitag waren gar Forderung nach einer Sperrung der Bwin-Seite durch deutsche Behörden aufgekommen.

Das österreichische Unternehmen Bwin hat bisher sein privates Wett-Geschäft in Deutschland mit einer Lizenz aus DDR-Zeiten betrieben – eine Ausnahme vom sonst gültigen staatlichen Glücksspiel-Monopol. Der Bitkom hält genau dieses Monopol für nicht mehr zeitgemäß. Die nächste Webseite mit Wettangeboten sei im Internet nur einen Mausklick entfernt.

„In der digitalen Welt hat das Wettmonopol längst ausgedient“, so Rohleder. Deutschland sollte sich nicht „an verstaubte Gesetze aus der Vorkriegszeit klammern“, sondern müsse dafür sorgen, dass sich junge Internet-Unternehmen ansieden. „Wenn wir solchen Firmen in Deutschland den Strom abdrehen, spielt die Musik eben im Ausland“, so der Funktionär weiter.

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1 Kommentar zu Bitkom kritisiert Bwin-Verbot

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  • Am 18. August 2006 um 22:52 von Herbert Widmer

    EIN BEISPIEL AN LAS VEGAS NEHMEN
    In der Glücksspielbranche tummeln sich leider allerhand Gauner und Abzocker.

    Auch BWIN ist keine seriöse Firma!

    Deshalb ist es unumgänglich, dass Wettbüros staatlich konrolliert werden und sich den Regeln des Rechtsstaates unterwerfen müssen.

    Dies funktioniert in Las Vegas hervorragend: Dutzende von privaten Casinos werden staatlich kontrolliert und falls ein Casino die Spieler betrügt verliert es seine Lizenz und wird kurzerhand geschlossen.

    SO MUSS ES AUCH MIT DEN BUCHMACHERN SEIN.

    Ein Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen von BWIN genügt um festzustellen, dass diese die Wetter MASSIV benachteligen. BWIN daf sich fast alles erlauben, sogar abgeschlossene und bestätigte Wetten im nachhinein zu stornieren!!

    Die Wetter haben keinerlei Rechte!

    Solche Konsumentenfeindlichen AGB’s gehören verboten!!

    Ich hoffe, dass die Chance wahrgenommen wird, das Wettgeschäft in seriösere Bahnen zu lenken.

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