EU-Mitgliedstaaten entdecken E-Government

Deutschland jedoch weit abgeschlagen

Europäische Behörden haben ihr Online-Dienstleistungsangebot im vergangenen Jahr weiter verbessert. Einer neuen Studie von Capgemini zufolge erreichen die berücksichtigten Behörden nun im Durchschnitt einen Online-Umsetzungsgrad von 75 Prozent. Deutlich stärker als in den alten Mitgliedstaaten der EU mit einem Plus von rund sechs Prozentpunkten ist der Ausbau einer online-fähigen Verwaltung in den zehn neuen EU-Mitgliedstaaten mit plus 16 Prozent vorangegangen. Als Spitzenreiter geht in diesem Jahr dennoch Österreich hervor, während Nachbarland Deutschland im europäischen Vergleich weiter abrutscht und nur auf Platz 19 landet.

Das schlechte Abschneiden Deutschlands führen die Studienautoren auf ein zu gering ausgeprägtes politisches Bewusstsein sowie Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen zurück. „Trotz viel versprechender Ansätze tritt E-Government in Deutschland auf der Stelle“, meint Tom Gensicke, Leiter Public Services bei Capgemini Deutschland. „Die Politik sieht E-Government offenbar vorwiegend als Kostenfaktor, nicht aber als Chance für den Wirtschaftsstandort. Deshalb wird das Thema oft mit zu geringer Priorität vorangetrieben“, so Gensicke.

Wie in den Vorjahren weist auch in der mittlerweile zum sechsten Mal durchgeführten Untersuchung die Verfügbarkeit von Online-Dienstleistungen für Unternehmen mit 85 Prozent weitaus bessere Werte auf als jene für Bürger. Während etwa Spitzenreiter Österreich auch in dieser Kategorie einen guten Wert von 91 Prozent aufweist, liegt der EU-Durchschnitt in diesem Bereich bei verbesserungsfähigen 68 Prozent.

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