IT-Sicherheit: Microsoft sorgt für Preisverfall

Forcierter Markteintritt setzt etablierte Anbieter unter Druck

Microsoft hat sich den Ausbau seines Lösungsportfolios im Security-Bereich auf die Fahnen geschrieben. Was den etablierten Anbietern Sorgenfalten auf die Stirn treibt, könnte Unternehmen und Privatanwendern zumindest in punkto Preisgestaltung in Zukunft Vorteile bringen. „Im Bereich Virenschutz dürften die Preise für Consumer-Lösungen in Zukunft etwas sinken“, prognostiziert Wolfram Funk, Senior Advisor der Experton Group. Im Unternehmenssegment werde sich der Wettbewerb durch den Eintritt Microsofts vor allem im „Mainstream“-Bereich verschärfen, so die Marktbeobachter der Experton Group.

Derzeit konzentrieren sich die Anbieter von Virenschutz-Lösungen genau auf dieses Segment, müssen in den kommenden zwei Jahren nun aber mit einem spürbaren Verfall der Margen rechnen. „Auch im Markt für Privatanwender ist mit einem Preisverfall der angebotenen Virenschutz-Projekte zu rechnen – nicht nur wegen Microsofts Security-Initiativen, sondern auch wegen kostenloser oder zumindest preisgünstiger Alternativen, die aus Sicht mancher Privatanwender den persönlichen Sicherheitsanforderungen ausreichend Rechnung tragen“, erklärt Funk.

Die etablierten Antiviren-Hersteller beobachten das Engagement des Softwaregiganten naturgemäß mit einigem Argwohn. Symantec etwa warnt Microsoft bereits davor, sein neues Betriebssystem Vista mit einer eigenen Antiviren-Software zu koppeln. „Wenn sie es tun, werden sie damit eine große Debatte darüber auslösen, ob dies eine Verletzung der Monopolsituation darstellt“, so Symantec-Chef John W. Thompson gegenüber der Financial Times Deutschland.

Im Bereich komplexer Lösungen für sehr hohe Sicherheitsanforderungen können die spezialisierten Anbieter gegenüber Microsoft aber auf ihren technologischen Vorsprung bauen. Darüber hinaus knabbert der Softwareriese im Bereich IT-Sicherheit noch an seinem angekratzten Image und muss seine Leistungsfähigkeit erst noch unter Beweis stellen. „Vor allem die Virenschutzanbieter müssen nun dafür sorgen, dass sie Microsoft technologisch einen Schritt voraus sind bzw. mit wettbewerbsfähigen Produktpaketen auf den Angriff Microsofts reagieren“, sagt Funk. Insbesondere die Gestaltung der Produkte, Dienste und Preise durch die Anbieter werde künftig ein wichtiges Differenzierungsmerkmal sein.

„Microsoft wird langfristig einen Teil des Privatkundenmarkts besetzen, auch wenn das vor 2008 noch nicht stark zu spüren sein wird“, meint Funk gegenüber pressetext. Weil die Bedrohungsszenarien komplex bleiben und sich weiter entwickeln, sieht der Experte aber im Privatkundensegment neben Freeware- und Microsoft-Lösungen auch weiterhin Bedarf an den Produkten dezidierter Security-Anbieter.

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4 Kommentare zu IT-Sicherheit: Microsoft sorgt für Preisverfall

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  • Am 27. Juni 2006 um 18:20 von Paul

    Antivirenprogramme fest verkoppelt
    Wer schon mal ein Antivirenprogramm getauscht hat weis wie exakt man das vorherige löschen oder deinstallieren muß um das neue funktionsfähig installieren zu können. Wenn MS da Mist baut und wieder fest verdrahtet dann sollte die EU Vista gar nicht erst nach Europa lassen. Sowas sollte im Vorfeld schon geklärt werden.

  • Am 28. Juni 2006 um 7:48 von Besserwisser

    Hehler macht Zweitschlüssel für Einbrecher
    OH, OH, ein Schelm wer da nicht an was ganz böses denkt… Wenn MS (neben dem "Sicherheitscenter" XP-SP2) auch noch sein eigenes Antivirenprogramm füttert, dann gibt es ja eigentlich nicht mehr so einen "starken Druck" (funktionierende) Patches zu entwickeln, man hat ja "in house" die "Allzweckwaffe" – die letzte Verteidigung – Antivirus-MS… Aber, ganz böse denkende "Zeitgenossen" könnten dann ja auch noch "einen Schritt weiter" denken. Wie war das mit Hehlern, die einen Schlüsseldienst führen, machen die dann immer einen Zweitschlüssel für ihre (geheimen) Kunden Einbrecher… um dann wieder "bessere Schlösser" verkaufen zu können…

    • Am 28. Juni 2006 um 8:07 von Der Skeptiker

      AW: Hehler macht Zweitschlüssel für Einbrecher
      Warum an böses Denken? Winzigweich will nur an das Geld. Und zwar das große Geld. Das war so und wird so immer sein. Mit diesen Hehler-Schlüsseln kann man doch kein richtiges Geld verdienen …

      Lieber nimmt man den ganzen anderen AV Providern deren 30 bis 40 EUR/Jahr und User weg. 20 EUR pro Jahr von jedem der paar Hundert Millionen Windows PC User und das Bankkonto platzt …

      Ein Trost bleibt. Ein Teil des Geldes geht anschließend in die Bill & Melinda Gates Stiftung. Wir alle werden zwar nicht so viel zusammen bringen wie Warren Buffet alleine (der gerade in eben diese Stiftung spendet) aber steter Tropfen höhlt den Stein.

    • Am 28. Juni 2006 um 8:15 von Besserwisser

      AW: AW: Hehler macht Zweitschlüssel für Einbrecher
      Schon klar, das wird dann so aussehen wie beim IE, Mediaplayer usw.. Die sind schon da (bei der Installation, wie mit dem Hase-Igel-Spiel), lassen sich dann "problemlos" entfernen, man muss sich nur "einigermaßen" mit der manuellen Bearbeitung der Registry auskennen (wie es jetzt auch bei dem Selbststopfen von Sicherheitslöchern notwendig ist, Zero-Lücke)- und die EU-Wettbewerbskommission – ja die hält doch noch lange die Rechtsabteilung von M$ in Schach…

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