AMD enthüllt die Architekturgeheimnisse seiner nächsten Chip-Generation

Der Kampf um den besseren Chip geht weiter

Advanced Micro Devices (AMD) will nächstes Jahr eine neue Chip-Architektur bringen. Dabei setzt der Prozessorhersteller auf die altbewährte Strategie, mit der er Intel bereits in der Vergangenheit Marktanteile abjagte.

Die neue Chiparchitektur greift das Design auf, das bereits den gegenwärtigen Opteron, Turion and Athlon 64-Chips zugrunde liegt. Die Leistungsfähigkeit soll dabei gesteigert und der Energieverbrauch gesenkt werden. Insgesamt hat sich AMD jedoch gegen ein radikales konzeptionelles Redesign der Chips entschieden. Prozessoren mit dem neuen Design sollen in 2007 auf den Markt kommen.

Intel dagegen überholt die Grundfeste seiner Architektur komplett, und plant daher, das Design schrittweise in den kommenden Jahren zu verändern. Der Hersteller versichert, dass die Prozessoren die auf Merom, Conroe and Woodcrest basieren, die heutigen AMD-Chips um 20 Prozent an Leistungsfähigkeit übertrumpfen würden.

Welcher der beiden Chip-Bauer mit der überlegenen Architektur in den nächsten 18 Monaten das Rennen machen wird, dürfte eines der großen Themen im PC-Markt in 2007 sein. Chips aus der neuen AMD-Architektur werden schnelleren Hyper-Transport haben. Hyper-Transport 3.0, kürzlich als Standard anerkannt, soll 5,2 Gigatransfers (5,22 Millionen Datentransfers) pro Sekunde schaffen. Die Hyper-Transport-Technik ist einer der Gründe für den Leistungszuwachs bei AMD-Prozessoren in den letzten Jahren. Außerdem sollen die neuen Chips aus vier Kernen bestehen. AMDs beste Chips müssen derzeit mit zwei Kernen auskommen.

Die größte Neuerung werden wir jedoch beim Cache, dem Reservespeicher im Prozessor, erleben. In heutigen AMD-Chips hat jeder Kern zwei Caches, die jeweils ausschließlich für ihren Kern bereit stehen. In den zukünftigen Chipsätzen wird jeder der beiden Kerne ebenfalls zwei eigens zugewiesene Caches haben. Darüber hinaus gibt es aber noch einen dritten Cache, den sich beide Kerne teilen. Damit muss der Prozessor seltener Daten aus dem Hauptspeicher holen – und das spart Zeit.

Intel-Chips haben typischerweise größere Caches. Intel integriert jedoch je keinen Speichercontroller auf seine Chips wie es AMD tut. Ob es nun besser ist, einen großen Cache und einen separaten Speichercontroller zu haben oder einen kleinen Cache mit integriertem Speichercontroller, ist eine ewige Debatte zwischen den beiden Lagern.

Der zukünftige AMD-Chip soll auch den Energieverbrauch drosseln, indem der Speichercontroller und der Prozessorkern unabhängig voneinander abschalten. Im Moment schalten Speichercontroller und Kerne ebenfalls einen Gang herunter, aber nur dann, wenn beide gleichermaßen Leerlauf haben. Intel hält dagegen, dass die Energiegewinnung hierbei minimal sei.

Themenseiten: AMD, Hardware, Prozessoren

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2 Kommentare zu AMD enthüllt die Architekturgeheimnisse seiner nächsten Chip-Generation

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  • Am 17. Mai 2006 um 20:18 von Gustav Grewe

    Sind dem Intel Fuchs die Trauben zu sauer?
    Sind dem Intel – Fuchs die Trauben zu sauer, nur weil er im Gegensatz zu AMD diese nicht erreichen kann? Oder weshalb wertet Intel den Erfolg der AMD – Stromersparnisbemühungen ab?

  • Am 18. Mai 2006 um 11:24 von Jörg Gücking

    AMD Transferleistung
    Bei Giga handelt es sich um Milliarden…

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