Business-Beamer im Preisduell

Wenn ein Projektor für mehrere Räume angeschafft werden soll, stellt sich die Frage: Lieber ein leichtes, kleines Gerät? Oder doch etwas mehr Gewicht, aber auch mehr Leistung fürs gleiche Geld? Drei Modelle stehen im Preisduell.


Angenommen, ein Institut an einer deutschen Universität sucht einen Beamer. Das Gerät muss möglichst tragbar sein, da nur ein Exemplar angeschafft werden kann, das jeder Dozent bei Bedarf mit in den Seminarraum nimmt. Außerdem sollten Helligkeit und Kontrast möglichst gut sein, da in den Altbau-Räumen der Universität selten eine perfekte Verdunkelung möglich ist.

Als Budget stehen 2000 Euro zur Verfügung. Idealerweise wäre dies der Preis für das Gerät plus eine Ersatzlampe, da es sich um den Rest des Jahresbudgets für technische Geräte am Institut handelt. Bei einem Ausfall der Glühlampe noch in diesem Jahr könnte also keine neue angeschafft werden.

Zunächst sieht sich das Institut im Portfolio von Lenovo um, da das Rechenzentrum der Universität die Professoren mit Lenovo-IBM-Notebooks ausgestattet hat und die Marke Vertrauen erweckt. Im Programm dieses Herstellers findet man den Projektor M400 zum Preis von 1916 Euro. Er wiegt 1,1 Kilo und bietet eine Helligkeit von 1100 Lumen. Der Kontrast beträgt maximal 1800:1. Mit der Auflösung von 1024 mal 768 Pixeln wäre man auf alle Fälle zufrieden. Gut klingt außerdem der Bereich für den Abstand zur Wand, der von 1,2 bis 9,6 Meter reicht: Dieses Spektrum dürfte für alle Seminarräume ausreichen.

Im nächsten Schritt suchen die Entscheidungsverantwortlichen bei ZDNet Shopping nach vergleichbaren Angeboten. Das das Gewicht eine entscheidende Rolle spielt, wird nach Projektoren unter 1 Kilo gesucht. Unter den Suchergebnissen fällt der Toshiba TDP-P6 auf – weniger wegen des bekannten Namens als vielmehr wegen des günstigen Preises von 1408 Euro. Der Kontrast (2000:1) ist etwas besser, die Helligkeit (1000 Lumen) etwas schlechter als beim IBM M400. Ungünstig erscheint der unflexiblere Projektionsabstand von 1,5 bis 5,0 Metern.

Bezüglich der Helligkeit bekommen die Entscheider Bedenken – vielleicht wäre ein größerer und schwerer Projektor mit besserem Licht für die Universität geeigneter? Eine Suche nach Projektoren mit mindestens 2000 Lumen Helligkeit führt zum NEC LT30, der wegen der vom Hersteller in den Vordergrund gestellten automatischen Anpassung an die Verhältnisse sinnvoll erscheint. Schließlich müssen diverse Mitarbeiter am Institut mit sehr unterschiedlichen EDV-Kenntnissen das Gerät bedienen können. (Ein automatisches Setup bietet aber auch der Toshiba P6.)

Was kann der LT30 im Detail? Der Helligkeitswert ist mit 2600 Lumen überragend, der Kontrast mit 1600:1 allerdings etwas geringer. Er kann einen Abstand zur Projektionsfläche von bis zu 13 Metern haben, minimal muss er nur 107 Zentimeter entfernt sein (auch wenn das Bild dann etwas kleiner ausfällt). Erfreulicherweise halten die Lampen auch etwas länger (2500 Stunden) als bei den anderen beiden Projektoren. Interessant auch, wenn der Projektor einmal wegen der Platzverhältnisse schräg nach oben oder nach unten projizieren muss: Die Trapezkorrektur, die Verzerrungen aufgrund eben solcher Schieflage behebt, schafft 16 Grad im Vergleich zu 7,5 Grad, die der Toshiba P6 kompensieren kann. Allerdings bietet der NEC keinen digitalen Bildeingang, im Unterschied etwa zum NEC.

Welches Produkt nun endgültig angeschafft werden soll, muss von den Entfernungen der Institutsräume abhängen: Der zwei Kilo schwere NEC-Projektor sollte das Lehrpersonal nicht vor Probleme stellen, wenn er nur innerhalb eines Gebäudes bewegt werden muss. Für den geringsten Preis im Test bietet er deutlich hochwertigere Technik. Entscheidet man sich aber für einen Zwei-Kilo-Beamer, sollte man auch noch nach Alternativmodellen suchen.

Unter den portablen Modellen sprengt der hochwertige Lenovo-Beamer (siehe M400-Test) das Budget. Höchstens das Nachfolgemodell M500 für rund 1500 Euro käme in Frage, bietet aber weniger Helligkeit (1700 Lumen). Der Toshiba TDP-P6 ist erste Wahl, wenn das Gewicht im Vordergrund steht.

Die genannten Preise wurden am 24. April 2006 mit Hilfe mehrerer Preissuchmaschinen ermittelt und verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Versandkosten sind nicht enthalten.

Sie haben einen noch günstigeren Preis gefunden? Sie möchten dem Institut einen anderen Projektor vorschlagen? Nutzen Sie dazu bitte das Feedback.

Projektoren
Beamer Lenovo IBM Thinkvision M400 Toshiba TDP-P6 NEC LT30
 
Gewicht 1,1 Kilo 0,9 Kilo 2,0 Kilo
Abmessungen 18,4 x 16,4 x 4,9 cm 24,7 x 9,4 x 5,2 cm 26 x 20,9 x 8,9 cm
Auflösung 1024 x 768 Pixel 1024 x 768 Pixel 1024 x 768 Pixel
Kontrast 1800:1 2000:1 1600:1
Helligkeit 1100 Lumen 1000 Lumen 2600 Lumen
Projektionsdistanz 1.2 m – 9.4 m 1.5 – 5 m 1,07 – 13,3 m
Schnittstellen DVI-I, USB, Audio-Eingang, Composite Video, VGA, S-Video DVI, Audio, S-Video D-Sub, Composite Video, S-Video, Audio, VGA
Garantie 3 Jahre k.A. (siehe Datenblatt) 3 Jahre
Günstigster gefundener Preis 1916 Euro 1408 Euro 1402 Euro
Anbieter computeruniverse.net ayoo.de t-onlineshop.de
Betriebsdauer Lampe 2000 Stunden 2000 Stunden 2500 Stunden
Preis Lampe 428 Euro 483 Euro 385 Euro
Anbieter Lampe www.electronicscout24.de computeruniverse.net btb-shop.de
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1 Kommentar zu Business-Beamer im Preisduell

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  • Am 25. April 2006 um 8:22 von Christian Lohde

    Alternative zu Ihrer Produktfindung
    …allerdings verdient da nur DELL Geld:
    Dell 3400MP
    1,09kg 1500 ANSI Lumen, 1024×768, Lampe 3000/4000h)
    Kostet lt. Listenpreise 1113 EUR, als Firma, wie in Ihrem Beispiel wird es noch billiger, inkl 2 JAhren Garantie und sehr günstigen Ersatzlampen

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