Sipgate-Chef im Interview: Tim Mois fehlen noch die Telefone

Voice over IP hat schon eine beachtliche Entwicklung hinter sich gebracht. Was zum Telefonieren in CD-Qualität noch fehlt und welche Innovationen künftig zu erwarten sind, verrät Sipgate-Chef Tim Mois im Interview.

Internet-Telefonie gibt es in mehreren Varianten. Wer die Technik unabhängig vom Rechner beispielsweise mit einer Fritzbox nutzen will, benötigt einen Provider, die das SIP-Protokoll unterstützt. Sipgate bietet entsprechende Anschlüsse, die Basisversion ist kostenlos. ZDNet hat sich mit Indigo-Networks-Geschäftsführer Tim Mois unterhalten.

ZDNet: Voice over IP war auch auf der diesjährigen CeBIT eines der großen Themen. Hat die Technik inzwischen den Mainstream erreicht?

Mois: Lösungen wie die Fritzbox von AVM, an der vorhandene DECT-Telefone angeschlossen werden können, haben dafür gesorgt, dass die Internet-Telefonie heute ein vollwertiger Ersatz für den Festnetz-Telefonanschluss sein kann. WLAN-Handys und die neuen Dual-Mode-Handys machen VoIP für den Endverbraucher auf der Hardwareseite attraktiver.

ZDNet: Wie sieht es mit Geschäftskunden aus?

Mois: Hier fehlte es bisher, abgesehen von wenigen Bereichen, an Hardware. Eine IP-basierte Telefonanlage mit 10 oder 20 Nebenstellen gibt es derzeit nicht zu vernünftigen Preisen von einem Hersteller, von dem man entsprechende Lösungen normalerweise bezieht. Es gibt auch noch keine Adapter, um eine ISDN-Anlage mit vier S0-Anschlüssen VoIP-fähig zu machen. Solche Lösungen sind aber inzwischen auf dem Weg. Sipgate hat auf der CeBIT einige Neuvorstellungen gezeigt. Business-Kunden sollten bei der Planung jedoch auch auf die notwendige DSL-Verbindung achten. Ein Standard-Anschluss reicht häufig nicht aus.

ZDNet: Heute gehört VoIP zum Portfolio der meisten DSL-Provider. Wie positionieren Sie sich als unabhängiger Anbieter?

Mois: Viele Kunden entscheiden sich bewusst für einen netzunabhängigen VoIP-Dienst, da sie die Zwangskopplung an den DSL-Anschluss-Anbieter nicht möchten. Der Kunde hat bei Sipgate die Sicherheit, dass er seine Telefonnummer immer weiter benutzen kann, ähnlich wie das auch bei unabhängigen E-Mail-Diensten der Fall ist. Es gibt also durchaus Raum für netzunabhängige Anbieter. Auch weil diese oft innovativer sind als die Services der DSL-Provider, die sich mehr auf den Anschluss konzentrieren als um VoIP im Speziellen.

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