Ruby on Rails: Wie wichtig es ist, 1.0 zu sein

Ein Gespräch mit David Heinemeier Hansson über die Verdienste von Open Source, warum Ruby on Rails eigentlich schon 2.0 genannt werden solle und wie Logik aus Datenbanken ferngehalten werden sollte.

David Heinemeier Hansson ist der dänische Autor von Ruby on Rails, einem Ruby-basierten Open-Source-Entwicklungsframework, das seit seiner Herausgabe 2004 schnell populär geworden ist. Rails geht von einem anderen Ansatz der Softwareentwicklung aus, den Hansson „eigenwillige Software“ nennt. Ein Teil der Flexibilität wird dabei zu Gunsten der Einfachheit geopfert.

Das Ergebnis soll größere Produktivität und bessere Entwicklererfahrungen erbringen und nach der schnellen Annahme von Rails auf dem Markt, scheint dies auch bei vielen der Fall zu sein. Selbst größere Unternehmen bringen Rails ins Spiel, zum Beispiel die BBC, die damit ihre Datenbank aus Jahrzehnten von Fernseh- und Radioprogrammen für das Web aktiviert hat. Das Framework war auch gewisser Kritik ausgesetzt, aufgrund von Einschränkungen wie unzureichender Unterstützung einiger üblicher Datenbankfunktionen. Rails 1.0 wurde Mitte Dezember 2005 herausgegeben.

David ist kürzlich von Kopenhagen nach Chicago umgezogen, wo er Partner bei 37signals ist, Entwickler des Basecamp-Projektmanagementsystems und anderer Web-Anwendungen. Er sprach mit ZDNet über Ästhetik, Open Source und die Freude am Programmieren.

ZDNet: Woher rührte Ihr erstes Interesse an Ruby? Wie war es, diese Sprache zu lernen?

Heinemeier Hansson: Ich war ausgebrannt vom Programmieren in PHP und Java. Wie sehr ich es auch versuchte, ich schien niemals so produktiv zu sein, wie es der aktuellen Aufgabe angemessen wäre. Durch die banale Plackerei der Compilerarbeit verzettelte ich mich ständig. Ich habe Code geschrieben, der nicht dazu diente, das Programm für mich oder meine Mitarbeiter besser verständlich zu machen, sondern nur den Compiler zufrieden zu stellen.

Also war ich bereit für ein bisschen frische Luft. Und Ruby fiel mir genau zum richtigen Zeitpunkt auf. Ich brauchte nur wenige Tage, um festzustellen, dass es mir wirklich gefiel, und nur etwa eine Woche, um ausreichend Machbarkeitsnachweise zu erstellen, die mich überzeugten, dass hiermit der nächste Auftrag für die nächste Anwendung, an der ich gearbeitet habe (Basecamp), möglich wäre. Nach etwa einem Monat hatte ich so viel Produktivität und Glücksgefühl beim Programmieren gewonnen, dass ich mir geschworen habe, nie wieder zu PHP oder Java zurückzukehren.

Und das war schon in den Tagen, als Rails noch nicht Rails war. Heute ist die Anpassungsphase oft viel kürzer. Ich habe von Leute gehört, die sich nach nur wenigen Tagen mit Rails von ihren vorherigen Umgebungen auf immer verabschiedet haben.

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