Murdoch: „Medien werden zu Fast-Food“

Internet stellt die alte Elite vor neue Herausforderungen

Medien-Mogul Rupert Murdoch skizzierte anlässlich seines 75. Geburtstags das Ende der Medien-Riesen, da durch das Internet die mediale Macht in die Hände der Nutzer gelegt werde. Er glaubt an ein „zweites Zeitalter der Entdeckungen“, denn die Technologie würde sich rasend schnell entwickeln: „Die Technologie wird uns auf eine Reise mitnehmen, die nur von unserer Kreativität, unserem Vertrauen und Mut begrenzt wird“, erklärte der Jubilar vor Vertretern der Medienindustrie, Familie und Freunden in London.

Mit einem Blick auf die digitale Zukunft prophezeite Murdoch, dass die „Medien zu Fast-Food werden“, denn mit Handys und ähnlichen mobilen Lösungen können Konsumenten orts- und zeitunabhängig Nachrichten sehen oder in Online-Shops einkaufen. Diesen Trend sieht auch Christoph Salzig, Pressesprecher des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW): „Die Menschen greifen immer individueller und schneller auf Medien zurück“.

Nicht nur individueller werden die Kommunikationsprozesse, sondern auch extrem schnell und vielfältig. Salzig erinnert an digitale Lösungen wie VoIP, Messaging oder RSS-Feeds. Während Murdoch in seiner Rede davon ausging, dass mobiles Fernsehen bereits die Welt erobert, schätzt BVDW-Sprecher Salzig den Markt und die Verbraucher dafür noch nicht reif. „Eine neue Kosumenten-Generation ist herangewachsen, die Medieninhalte abruft, wann, wo und wie sie will“, erklärte Murdoch.

Euphorisch äußerte sich der News-Corporation-Vorstand über das „goldene Informationszeitalter“, das einen großen Schatz an Wissen birgt. Dennoch forderte er die Medien-Imperien des 20. Jahrhunderts auf, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen. Obwohl Murdoch nicht glaubt, dass traditionelle Zeitungen untergehen werden, sieht er sie künftig lediglich in Koexistenz mit anderen Kanälen, mit denen das Publikum erreicht wird. „Großartiger Journalismus wird immer Leser anziehen“, betonte er und erklärte, dass Texte, Bilder und Grafiken besonders ansprechend gestaltet werden müssen. „Sie müssen das Gehirn füttern und das Herz bewegen“, ließ er verlauten. Dementsprechend hat die News Corporation jetzt nahezu eine Milliarde Dollar in Internetprojekte investiert.

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